Ein gläubiger Taoist

ich habe gerade ein bisschen in den TagundTaoheften geblättert – zum Arbeiten ist es zu heiß – und der folgende Artikel von Theo hat mich angesprochen.  Sabine

Ein gläubiger Taoist ist das Gleiche wie ein gläubiger Christ oder ein gläubiger Buddhist. „Aber die Inhalte sind doch verschieden!“ werden Sie einwenden. Stimmt, die Inhalte schon – aber nicht die Methode, mit der ein Mensch gläubig eine Lehre in seinem Leben realisiert. Das Modell von Glaube und Nachfolge ist bekannt. Ein Mensch begegnet einer Lehre, er wird mit ihr durch Propaganda von Tür zu Tür bekannt gemacht, forscht in Büchern und sucht anschließend Gemeinschaften auf, die sie praktizieren oder er gerät durch Zufall auf die Spur einer Religion, die ihn anspricht. Unabhängig davon, wie eine erste Begegnung zustande kommt, die weitere Entwicklung folgt bestimmten Regeln. Falls Sie es schon einmal probiert haben, erinnern Sie sich: Man liefert Ihnen die Geschichte der Religion oder Religionsphilosophie, macht Sie mit den Personalien der Gründergestalt vertraut, vermittelt Ihnen die Botschaften, deren Absender das Höchste ist – und nicht zuletzt werden Sie mit den Spielregeln der Gemeinschaft bekannt gemacht. Sie haben die Wahl, das ganze Bündel des Angebotes anzunehmen und alles zu glauben, was man Ihnen serviert oder alternativ von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, sich Segmente der Lehre herauszugreifen, die Ihrem Temperament und Ihren Neigungen am besten liegen und  nur diese auch zu glauben. Sie akzeptieren am Ende kritiklos die Fabeln von göttlichen Erscheinungen, auf welche sich die Gründerväter berufen. Apropos Gründerväter: warum sind es so extrem selten Gründer-Mütter? Ich vermute stark, dass es verschwindend wenig Frauen gibt, die sich für ein derartiges Rollenspiel hergeben würden. Man hat Sie also komplett oder partiell überzeugt und Sie sind damit zum Gläubigen geworden. Ihr kritischer Verstand hält sich zurück, etwaige Zweifel bekämpfen Sie mit den Mitteln, die vorsorglich bereits Bestandteil der Heilsbotschaften sind, die man Ihnen zu glauben aufgetragen hat. Über Bekannte, Freunde oder Bücher sind Sie auch dem Taoismus begegnet. Es steht vieles geschrieben, was einst die alten Weisen von sich gaben. Vielfach sind es kryptische Sätze, die nicht immer auf den ersten Blick erhellend sind, erst die Übersetzung in neuzeitliche Begriffe macht die Grundzüge der Philosophie verständlich. Sie erfahren Dinge über Lebenskunst, dass Sie und das Tao, also der Grund der Dinge, nicht getrennt voneinander sind, dass in Ihnen Kräfte schlummern, die über Methoden des Nichthandelns zur Bewältigung Ihrer Probleme dienstbar gemacht werden können. Und etliches mehr steht auf dem Programm taoistischer Grundinformationen. Wenn Sie sich dies alles nun auf die gleiche Weise einprägen, es akzeptieren und daran glauben, wie ich es oben geschildert habe, dann unterscheiden Sie sich durch nichts von den Nachfolgern anderer Lehren. Sie glauben bestimmte Dinge, die Ihnen über den Taoismus vermittelt worden sind, Sie richten Teile Ihres Lebens entsprechend ein, Sie befolgen Laotses Ratschläge, soweit Sie diese verstanden haben – und halten Sich fortan für einen Menschen des WEGES.

Sehen wir uns Ihr Problem einmal aus der Nähe an.  Sie haben Bücher von mir gelesen und glauben, was dort geschrieben steht. Was recht schmeichelhaft für mich ist, aber für die Realisierung Ihrer Ambitionen nicht genügt. Gut, es ist ein Beginn. Es wird zum Verständnis des Taoismus, damit er sich uns öffnet, selbstredend ein anfängliches Vertrauen, ein Vorschuss an rationalem Glauben gebraucht, aber auf keinen Fall diese bedingungslose Hingabe an eine Idee, die einen Glauben fordert, der keiner Untersuchung mit den Mitteln der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes standhalten würde. Der Psychologe Erich Fromm nimmt in den in seinem Nachlass gefundenen Schriften zu diesem Thema auch kein Blatt vor den Mund: Wir leben in einer Zeit ohne Hoffnung. Menschen versuchen verzweifelt, an etwas zu glauben. Sie strömen zu den neuen Gurus. Zu allem Unglück sind selbst intelligente Menschen mit großem Wissen nicht gegen primitive Formen von Spiritualität gefeit. Der leidenschaftliche, fanatische Glaube an Ideen und Führer – gleich welche – ist Götzendienst. Er entsteht aus einem Mangel an Mitte, an innerer Aktivität, an Sein.  Wenn Sie ihn als Glaubenslehre behandeln, geraten Sie beim Taoismus in eine Position, in der das Tao Ihnen zum neuen Gott wird, zur helfenden Hand in allen Lebenslagen, zum Ersatz für jene anderen Götter, die Sie so oft schon im Stich gelassen haben. Ihre Gedanken stellen die Überzeugung von der Einheit der Dinge her, wie Laotse sie lehrt, und Ihr Bemühen wird künftig der Aufgabe gelten, diesen Glauben auszubauen und ihn nicht mehr zu verlieren. Das Gleiche gilt für die Wirkung des Nichthandelns. Sie haben sich entschlossen, an die Magie von Wu wei zu glauben und geben sich fortan Mühe, auf Ihr Leben mit mehr Aufmerksamkeit und mit einer stärkeren Präsenz im Hier und Jetzt zu verbringen. An alledem wäre nichts Verkehrtes – wenn es da in Ihrem speziellen Fall nicht einen Schönheitsfehler gäbe: Sie haben sich für den Taoismus entschieden, weil Ihnen Laotses Lehren einleuchten und sich die Philosophie anscheinend problemlos auf Ihren bereits vorhandenen religiösen Fundamenten aufbauen lässt. Ich weiß von etlichen Menschen, die sich auf diese Weise dem Tao genähert haben. Und daran gescheitert sind. Sie mussten feststellen, dass es mit dem Fortschreiten der Zeit immer schwieriger wurde und immer mehr Konzentration verlangte, ihre neue Religion im Alltag umzusetzen. Was anfangs so einfach schien, so spielend leicht zu bewältigen, hatte sich in Anstrengung und Stress verwandelt.

Habe ich mich jetzt um Kopf und Kragen geredet? Jede Hoffnung auf den Taoismus als realisierbare Lebenshilfe im Keim erstickt? Und den Zauderern, den Zweiflern Wasser auf ihre Mühlen geschüttet? Lassen Sie mich erklären: Im Gegensatz zu zahllosen Versuchen, der Masse den Sinn des Seins näher zu bringen bis hin zu den Kultreligionen der Azteken und Mayas, die dem Menschenopfer mit herausgeschnittenem Herzen zur Versöhnung der Götter huldigten – im Gegensatz dazu lehrt der Taoismus nichts, das man glauben müsste. Weil es überhaupt nichts zu glauben darin gibt. Laotse lehrt uns etwas anderes, etwas, das uns absolut unabhängig von jeder Art von Lehrern und religiösen Führern macht. Die Tatsache, dass wir vom Grund der Dinge, den Laotse als die Mutter aller Dinge bezeichnet und den Namen Tao dafür fand, nicht getrennt sind, und dass wir dieser Grund sind, muss nicht geglaubt werden. Dafür kann sie erfahren werden. In der Menschheit ist das Buch der Schöpfung niedergeschrieben, eine Kopie davon befindet sich in jedem Gehirn. Sie brauchen nur darin zu lesen, und schon sind Sie auf dem WEG. Dieses Lesen erscheint Ihnen als einem Menschen, der handfeste Anweisungen vorzieht, selbst wenn diese gelegentlich oder sogar oft unbequem sind, außerordentlich schwierig. Doch es ist nur schwierig, weil es so einfach ist und ungewohnt für ein Gehirn, das von klein auf dazu getrimmt wurde, Probleme zu erzeugen und sie zu lösen. Mit diesem „Lesen“ beginnt nämlich das Nichthandeln bereits. Sie schauen auf Ihre Welt, wie sie sich Ihnen jeden Augenblick darbietet. Aber Sie sind zum ersten Mal, seitdem Sie denken können, zu dem Geständnis bereit, dass Sie über diese Welt und ihren Sinn aus eigener Kenntnis nichts wissen! Lassen Sie den Zustand des Nichtwissens zu. Sie müssen ihn nicht erzeugen, er war schon immer da. In diesen Momenten wird sich der Grund der Dinge in Ihrem Gehirn seiner selbst bewusst. Die Wahrheit kommt nicht von außen – sie bricht sich von innen Bahn und befruchtet von dort aus auch Ihr Denken und Fühlen. Dann müssen Sie nicht mehr glauben, eins mit der Welt und dem Weltengrund zu sein – dann spüren Sie es. Und Ihr Entscheiden und Handeln entspringt dann dieser Quelle, die Sie sich durch eine einzige mutige Tat erschlossen haben: Ihre Bereitschaft zum Nichtwissen.

 

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Urlaub für Kurzentschlossene im Piemont

Banksia Lutea mit Iris und Ceanotus

 

Es ist schon lange Frühling im Piemont, und die Rosen fangen an zu blühen. Die Banksia Lutea ist immer die erste. Theo hat sie als kleines Pflänzchen an den Abhang vor dem Hof gepflanzt, jetzt ist sie ein riesiger Busch geworden.              Ein lieber Gast hat schöne Fotos gemacht und sie mir überlassen.

Auf den Wiesen blühen die wilden Orchideen und in 6 Wochen wird es die ersten Kirschen geben. Aber es ist noch nicht so heiß wie im Sommer, man kann noch problemlos wandern oder mal ans nahe Mittelmeer fahren. Oder einfach nur unter der Palme liegen und die Ruhe genießen.       

In der ersten Maihälfte ist noch eine Wohnung frei und wartet auf Gäste. Und natürlich gibt es wie immer auch die Möglichkeit zum Töpfern, Musizieren oder Tao-Gespräche führen.

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Das Tao der Selbstfindung

seit kurzem gibt es beim Verlag „die Silberschnur“ eine neue Ausgabe von Theos Buch „Das Tao der Selbstfindung“.

Eigentlich sollte der Titel heißen „Werden Sie endlich erwachsen!“ Aber der Verlag, bei dem der Erstdruck erschien, fand den Titel zu negativ. Theo und ich konnten das zwar nicht nachvollziehen und fanden den neuen Titel ziemlich doof, aber Verlage sitzen nun mal am längeren Hebel. Aber Theo hat auch diesen Bereich taoistisch gesehen und fand, es würde schon irgendwo einen Sinn haben.

Wer also das Buch noch nicht kennt, hier ist es. http://www.silberschnur.de/artikeldetails/kategorie/Neues_Bewusstsein/artikel/das-tao-der-selbstfindung.2099.html

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Die Weisheit des Laotse

Theo hat in seiner Zeitschrift TagundTao viele der Sprüche Laotses kommentiert. Hier ist der 42.

Das Tao erzeugt die Eins.
Die Eins erzeugt die Zwei.
Die Zwei erzeugt die Drei.
Die Drei erzeugt alle Dinge.
Alle Dinge haben im Rücken das Dunkle
und streben nach dem Licht,
und die strömende Kraft gibt ihnen Harmonie

 
Laotse skizziert im 42. Spruch in wenigen Sätzen die Schöpfungsgeschichte. Sie ist allerdings nur erkennbar, wenn man davon ausgeht, dass das Universum nicht wie es in der Bibel steht, Stück für Stück von einem recht menschenähnlichen Schöpfer erschaffen wurde, der dann zum Schluss, sozusagen als Krönung, nach seinem Ebenbild uns Menschen in die vorgefertigte Welt setzte. Wenn wir hingegen Stephen Hawkings These vom Universum in der Nussschale akzeptieren, dann waren alle Dinge – die Taoisten sagen Die zehntausend Dinge dazu – am Anfang hoch komprimiert als schiere Energie in einem vielleicht nur erbsengroßen Kern enthalten. Wo dieser allerdings herkam, darüber schweigt die Theorie. Vielleicht waren es die komprimierten Reste einer älteren schöpferischen Versuchsreihe, wer weiß. Laut Laotse hat sich das Universum im Verlauf der Evolution selbst organisiert. In der Rubrik Buchtipp werde ich Ihnen eine Arbeit von Professor Hermann Haken vorstellen, die sich umfassend mit Synergetik, der Lehre vom Zusammenwirken befasst. Haken legt darin die Formel offen, wie die Zehntausend Dinge der Taoisten sich selbst organisieren, unabhängig davon, ob es sich um unbelebte Phänomene wie Steinformationen, um animalische Lebensformen oder um den Menschen selbst samt seinen soziologischen Verhaltensmustern handelt.  Wer sich vorurteilslos mit solchen Aussagen befasst, deren Glaubwürdigkeit für mich (mit einigen Ausnahmen) außer Frage steht, beginnt zu ahnen, dass wir von Laotse ebenso wie von der Wissenschaft mit einer Ursprungstheorie konfrontiert werden, die keine Ähnlichkeit mehr mit unseren alten Grundannahmen hat. Wenn Sie sich mit der Vorstellung eines Universums anfreunden, das sich bis zurück zum Urknall mit allen seinen Erscheinungen selbst, und vielfach frei nach Darwin nach dem Zufallsprinzip organisiert hat, dann stellt sich zwangsläufig die Frage, ob dieses Etwas, das sich hinter dem Sicht- und Erlebbaren hypothetisch befinden müsste, in der gesuchten Form womöglich gar nicht existiert, weil es im Wahrgenommenen bereits implizit ist. Wäre es nicht vorstellbar, dass die von den Religionen in Glaubenslehren verwandelten Resultate der Evolution bereits die Antwort selbst sind? Was bedeuten würde, dass Kernphysiker mit der Beschreibung subatomarer Versuchsreihen zugleich den Ursprung definieren würden, mit dem sie zu allem Überfluss auch noch identisch sind. Weiterlesen

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Nicht mehr arbeiten müssen


…..und noch eine seltenfröhliche Geschichte:

 „Hornschröder hat sich eine Finka auf Mallorca gekauft“, sagte Seltenfröhlich. „Der Bursche ist knapp über fünfzig und hat beschlossen, nie mehr zu arbeiten.“ „Wenn er das Geld dazu hat, warum nicht“, antwortete Isolde. „Manchmal wünsche ich mir auch, ich könnte mein kleines Geschäft aufgeben und hätte ein bisschen mehr Freiheit.“ „So einen Anfall habe ich durchschnittlich jede zweite Woche, wenn ein Auftraggeber wieder mal Ärger macht. Vor allem, wenn abends dann Hansjürgen anruft und erzählt, wie toll es in Karlsbad war.“ „Hansjürgen ist Rentner“, wandte Isolde ein, „den haben sie zwar einige Jahre zu früh auf die Gnadenweide geschickt, aber nach einem Leben voller Arbeit steht ihm das Vergnügen, auf Reisen zu gehen und sich Badekuren zu leisten, zu.“ „Meinetwegen, er war ja zeitlebens in einem untergeordneten Angestelltenverhältnis und konnte sich nie nach Wunsch und Willen bewegen. In dieser Beziehung haben wir beide, jeder mit einem freien Beruf, weniger zu klagen. Bei mir ist es mehr der Verdruss beim Umgang mit meinen Mitmenschen, der mich manchmal wünschen lässt, ich wäre das alles los.“ Weiterlesen

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Zum neuen Jahr

Der unten stehende Text ist der Leitartikel aus dem Januarheft des letzten Jahrgangs von TagundTao.  Ich denke, er ist noch genauso aktuell wie vor 5 Jahren – die Jahreszahlen müßt ihr euch eben umdenken 😉                                                                                                     Sabine

Liebe Leserin, lieber Leser,

in den 50er Jahren erschien damals das Buch Blick zurück im Zorn von John Osborne. An den Titel erinnerte ich mich, als ich mit der Niederschrift des heutigen Leitartikels begann. Ein neues Jahr steht vor der Tür und wartet auf unsere Reaktionen. Wir haben auf das alte zurückgeblickt, und ich frage mich, in welchemMaß dieser Rückblick im Zorn geschehen ist. Und falls er im Zorn stattfand, gegen wen hat sich dieser Zorn gerichtet? Gegen uns, weil wir falsch entschieden, weil wir uns eines Problems nicht gründlich genug angenommen haben? Weil wir in unseren Beziehungen zu wenig Interesse und Mitgefühl walten ließen? Oder richtet sich unser Zorn gegen andere Menschen, die schuld daran sind, dass uns im abgelaufenen Jahr einiges misslungen ist? Gilt unsere Aggression dem Zusammenwirken bestimmter Lebensumstände, gewisser Ereignisse, auf die wir keinen Einfluss hatten, denen wir aber voller Inbrunst die Schuld an allem geben, was im Jahr 2011 an Vorhaben aus dem Ruder gelaufen ist? Wie stark war unsere Rückschau auf das alte Jahr narzisstisch besetzt, wie heftig der Drang, unsere schwächlichen bis falschen Entscheidungen allen möglichen Schuldigen anzulasten – nur nichtuns selbst?

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Der Weihnachtskartenspruch

Allen Blog-Leserinnen und Lesern wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr!

Ich habe euch eine kleine Weihnachtsgeschichte mitgebracht, ein Gespräch zwischen Seltenfröhlich und Isolde, ein bisschen lustig, ein bisschen ernst 😉

„Was liest du da“, fragte Isolde und schaute Seltenfröhlich über die Schulter.„Emerson, Essays. Der Mann hat mit seiner Philosophie den Nagel auf den Kopf getroffen. Hör dir nur diesen Spruch an: Ein paar deiner Wunden heilten, die tiefsten hast du überlebt. Doch vorm Übel, das niemals eintrat, hast du in Folterqual gebebt.“„Wie treffend. Und was willst du mit dem Spruch anfangen? Ihn auf Birkenholz gebrannt an die Wand nageln, übers gutbürgerliche Sofa, wo beim gewöhnlichen Volk der Hirsch am Waldrand hängt?“ Seltenfröhlich schnitt ein beleidigtes Gesicht. „Pfui, was soll die Polemik. Der Text hat es in sich, er ist wahr und was er aussagt, passiert jedem. Ich suche einen Spruch für unsere diesjährige Weihnachtskarte. Weiterlesen

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Heute vor 3 Jahren ist Theo gestorben.                                                                                         Auf dem Foto sitzt er an seinem 80. Geburtstag vor einem Café in Albenga, das wir zufällig entdeckt hatten.  Und ich mußte ihn natürlich unbedingt unter dem Schild des „heiligen Theodor“ fotografieren.                                                                                                                          Sabine

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Urlaubsplanung für 2017?

Nein, einen Frühbucherrabatt gibt es bei mir nicht, genauso wenig wie eine Lastminute Ermäßigung. 😉  Aber wer  2016 schon für 2017 bucht, braucht die Anzahlung erst im Januar 2017 zu bezahlen und nicht gleich bei der Reservierung. Und Ostern, Pfingsten und Juli/August werden wie jedes Jahr früh ausgebucht sein.

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Im letzten Sommer gab es wie immer viele Gäste, die die Ruhe auf La Costa genossen haben, die aber auch viel unterwegs waren, um die Sehenswürdigkeiten der Region anzuschauen,

die einen Tag am Meer theos-81-006

und an der Blumenriviera verbracht haben

 

 

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oder in den Seealpen gewandert sind.

 

 

 

Manche bringen ihre Räder mit und machen die tollsten Touren, was ich immer sehr bewundere. Einige Gäste haben die Zeit für einen Italienisch Kurs genutzt,

fluegel-004andere haben entdeckt, dass sie gerne mal wieder Klavier spielen würden,

 

 

 

 

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und viele verbringen Stunden in der Töpferwerkstatt. Da entstehen dann so wunderbare Sachen, die auch wieder einen Bezug zum Tao herstellen.

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Und wie oft sitze ich mit Gästen hier und wir unterhalten uns über den Taoismus.

Und natürlich genießen alle meine Gäste die wunderbare Küche der Langa und die weltberühmten Weine. Aber auch die anderen Produkte der Region wie die ganz besonderen Haselnüsse, geröstet, als Torte oder als Nussmus, die schwarzen und weißen Trüffel, die hier wachsen, den Murazzano-Käse

Bienen 001oder den Bio-Honig der Bienen hinter meinem Haus.

 

 

 

 

titus-013Selbst Kinder finden es ganz schön bei uns, was nicht nur an der Töpferwerkstatt liegt, sondern auch an den Hunden und Katzen,die immer zum Spielen bereit sind.

 

 

 

kuscheln-001Ich bereite mich jetzt erstmal auf die Winterruhe vor, aber bis es wirklich ruhig wird,  sind noch viele Arbeiten auf dem großen Gelände zu erledigen. Wenn dann der erste Schnee fällt, sitzen wir alle um den Kamin rum

 

 

und freuen uns auf das nächste Frühjahr und unsere Gäste.

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Han Shan

Theo hat zum Schluß seiner Seminare immer einige Gedichte von Han Shan und Wang Wei vorgelesen. Hier ist eines von Han Shan.

Vor dreißig Jahren kam ich auf die Welt                                                                                  Immer auf Wanderschaft, tausend – zehntausend Meilen                                                     Reiste vom grasgesäumten Yangtsekiang                                                                                      Bis in den roten Staub des Grenzlandes im Norden                                                                    Ich braute Elixiere, suchte vergebens nach Unsterblichkeit                                             Studierte Schriften und rezitierte die Geschichtswerke                                               Heimgekehrt heute zum Han Shan                                                                                              Bette den Kopf ich auf dem Strom und wasche meine Ohren

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Das Leben selbst ist der Sinn.

In jeder beliebigen Buchhandlung stehen meterweise Bücher, die sich mit Lebenshilfe befassen. Das Spektrum reicht von der populären Psychologie bis hin zu Ratschlägen, wie man außersinnliche Fähigkeiten entwickelt. Jede Religion ist mit ihrer Lehre vertreten. Sie haben gegebenenfalls die Wahl zwischen der harten Linie eines bekennenden Glaubens, der schamanenhaften Mystik exotischer Lehren und Philosophien über Seelenwanderung. Jahrtausende währt die Suche nach der Wahrheit über die menschliche Existenz.

Fatalerweise schlummert in jedem Menschen die Fähigkeit, von sich aus die Wahrheit herauszufinden – vorausgesetzt, er betrachtet sich ohne Berücksichtigung aller Informationen, allen erworbenen Wissens, so, wie er einst auf die Welt gekommen ist. Diesen Zustand wiederzufinden, glaube ich, wäre für jeden von uns von größter Bedeutung. Dann könnten andere auf Millionen bedrucktem Papier ihre kontroversen Behauptungen verbreiten – uns würde das nicht mehr anfechten. Was die Angelegenheit so unübersichtlich macht, ist die Unzahl der Interpretationen, der Aussagen darüber, welche Aufgabe dem Menschen vom Schicksal gestellt ist und wie er ihr mit welchem Endziel gerecht werden kann. Weiterlesen

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Das Streben nach Sicherheit

Da mich das Thema Sicherheit gerade sehr beschäftigt, habe ich diesen Text von Theo gefunden. Er stammt aus dem Buch „das Tao der Selbstfindung“ erschienen beim Verlag „Die Silberschnur“.                                                                                                                                                                                                                                                           Sabine

Leben und Natur sind zwei Worte für ein und denselben Vorgang.  Sie können in der Natur eine ungeheure Zahl von Entfaltungsmöglichkeiten beobachten, unübersehbar viel verschiedenen Arten zu leben – aber nirgendwo werden Sie Sicherheit, werden Sie Gewissheiten finden. Einzig in den Köpfen der Menschen gibt es die Illusion einer gesicherten Existenz, und diese Illusion wird durch das Denken erzeugt. Ihr Denken hat zu keinem Zeitpunkt verstanden, dass Sicherheit im Konzept der Evolution nicht vorkommt; Es ist eine Vokabel, vom menschlichen Verstand zur Beruhigung ängstlicher Gemüter erfunden. Die in einem anderen Zusammenhang bereits geschmähte Religion trägt nicht wenig zur Erhaltung der Illusion bei, indem sie ihren Anhängern Gewissheiten verheißt, die es tatsächlich nicht gibt. Sie brauchen, während Sie dies lesen, nicht um die Stabilität Ihrer Existenz zu bangen: keine Gefahr droht Ihrem Leben, wenn Sie einsehen, dass es abgesehen von Ihrer eigenen Lebensgestaltung, keine Garantien  gibt. Weiterlesen

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Cascina la Costa

für alle, die La Costa noch nicht kennen (und lieben 😉 hier der Film:

https://www.youtube.com/watch?v=KdG9cZ97AUI

ein paar Plätze sind im Sommer und Herbst noch frei, ich freue mich auf Gäste!  Vielleicht ja auch mit Tao-Gesprächen?                                                                                                              Sabine

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Jean Tinguely

da ich immer wieder nach Theos Seminaren gefragt werde, bringe ich euch heute eine seiner Semiaraufgaben:

Vor Jahren stand ich einmal vor einer Installation des Künstlers Jean Tinguely. Es handelte sich um ein gewaltiges Mobilé, bestehend aus Antriebsrädern unterschiedlichster Größe und Form. Sie waren durch Treibriemen, Ketten, exzentrische Gestänge, Kardanantriebe und alle möglichen weiteren mechanischen Verbindungen alle miteinander im Eingriff und bewegten sich, je nach dem Übersetzungsverhältnis mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vorwärts oder rückwärts drehend. Und inmitten dieses bizarren Regelwerkes von Transmissionen befand sich, auf einem Fahrradsattel sitzend, ein menschliches Gebilde. Die Puppe trat mit den Beinen Fahrradpedale und trieb so über die Kette ein Ritzel an, das in das große Räderwerk fest integriert war. Seine beiden Arme bewegten ein weiteres Fahrrad-Pedalrad, dem anstelle der Pedale zwei Handgriffe montiert waren. Auch dieses Rad war über Kette und Ritzel mit dem übrigen Räderwerk verbunden. Das mächtige Kunstwerk zeigte also einen Menschen, der mit Händen und Füßen strampelte und aktiv war. Von dieser Aktion ausgehend, bewegten sich alle Räder, Übersetzungen und Transmissionen des vielgestaltigen, mobilen Mikrokosmos mit. Weiterlesen

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Gosos Stier

Stier 001Goso sagte: es ist wie ein Stier, der durch ein Fenster geht. Sein Kopf, seine Hörner, seine vier Beine sind alle durchgegangen, wie kommt es, dass sein Schwanz nicht hindurchgeht?

Das Bild zu diesem Koan hat Theo vor Jahren gemalt, es hängt in einer meiner Ferienwohnungen.                                                                                                                                     Wenn ihr über Pfingsten nichts Besseres zu tun habt, könnt ihr euch ja mal Gedanken über die Lösung machen 😉

Sabine

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