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	<title>Die Taobaustelle</title>
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	<description>Ein Versuch, das Tao vor seinen Interpreten zu retten</description>
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		<title>Das I Ging und seine Botschaften</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 09:51:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[C.G.Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Chu-Dynastie]]></category>
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		<category><![CDATA[Orakel]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nehmen wir einmal an, Sie seien weiblich und würden vor der Qual der Wahl zwischen drei Bewerbern um Ihre Gunst stehen. Die Entscheidung fällt Ihnen schwer, denn für jeden der Männer sprechen andere Qualitäten oder bleiben kleine Zweifel offen. Sie wissen zum Schluss nicht mehr, was tun und beschließen, das Orakel zu befragen. Also kaufen Sie beim Fleischer ein Stück Schweineschulter, in dem noch der Knochen steckt. Aus dem Fleisch bereiten Sie einen leckeren Braten, entfernen das flache Schulterblatt und machen es sauber. Schreiben Sie nun in jede der drei Ecken den Anfangsbuchstaben eines der Namen Ihrer Verehrer. Dann erhitzen Sie bis zur Rotglut im Kaminfeuer den Schürhaken oder ersatzweise einen Schraubenzieher auf der Gasflamme. Der nächste Schritt besteht kurzerhand darin, dass Sie das heiße Eisen mitten in den Knochen drücken, bis er Risse bekommt. Jetzt können Sie aus dem Verlauf der Sprünge ablesen, welchem Namen der markanteste Sprung im Knochen am nächsten kommt. Spekulieren wir: Auf K, wie Kevin, deutet ein kräftiger Riss, während die anderen Sprünge das W für Walter und das M für Manfred verfehlen, ergo wären damit beide aus dem Rennen und Kevin ist der Sieger. Das Orakel hat gesprochen. So einfach ist das – und so schwierig. Denn sogleich werden sich in Ihrem Herzen Stimmen melden, die zu Plädoyers für die Verlierer ansetzen. Und der Hauch von Zweifel an Kevin will durch das Votum des Orakels um nichts in der Welt verschwinden. Alternativ könnte passieren, dass auf jeden der Namen ein Riss deutet. Oder noch konfuser: auf Kevin und Walter weisen gleichrangige Sprünge, während Manfred außen vorn bleibt. Ausgerechnet er. Ihnen wird bewusst, dass Sie insgeheim hofften, er würde der Auserwählte sein. Sein Ausscheiden aus dem Rennen lässt ein Gefühl von Verlust aufkommen, und Sie vergessen in diesem Dilemma völlig, dass die Auskunft im Grunde nicht verbindlich für Sie ist. Die Sprünge im Schweineknochen sind Zeiger, sind der Rorschachklecks, den auszulegen Sache Ihrer Gefühle ist. Im Moment, da Manfred aus dem Rennen schied, hat das Orakel dennoch seinen Zweck erfüllt, weil es Sie spüren ließ, wohin Ihr Herz Sie zieht.</p>
<p>So ungefähr wurde in uralter Zeit, die ich nicht zu datieren wage, das Orakel befragt. Später entstanden dann die bekannten Hexagramme, die sich aus acht verschiedenen Dreiergruppen von gebrochenen und ungebrochenen Linien ergeben. Sie bilden den Kern des I Ging. Ihre Erfindung wird dem legendären Kaiser Fu-hsi zugeschrieben, Neben ihm erscheinen in der Geschichte des Orakels weitere erlauchte Namen: die Gründer der Chu-Dynastie, König Wen, der Herzog von Chu. Die Hexagramme werden durch Münzwurf ermittelt, in früheren Perioden soll es mit Hilfe von Schafgarbenstängeln geschehen sein. Es gibt in der modernen Literatur Anleitungen, wie das komplizierte Procedere abläuft. Ich setze das Thema I Ging ins Blog, weil in letzter Zeit etliche Mails aus dem Leserkreis eingegangen sind, die wegen Betriebsanleitungen zum Umgang mit dem Orakel anfragten. Ich habe jedes Mal „<a title="Das Buch der Wandlungen" href="http://www.amazon.de/I-Ging-Das-Buch-Wandlungen/dp/3442103002/ref=sr_1_8?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1336902853&amp;sr=1-8" target="_blank">I Ging Das Buch der Wandlungen“ von Christopher Markert</a>, erschienen im Goldmann Verlag, empfohlen. Dort wird ausführlich und allgemeinverständlich erklärt, wie das Orakel funktioniert.</p>
<p>Der berühmte Psychologe C.G. Jung hat sich jahrelang im Zusammenhang mit dem Taoismus mit dem I Ging beschäftigt. Auch der Nobelpreisträger Nils Bohr zählte zu den Freunden des Orakels – er hat das Symbol für Yin und Yang sogar in sein Familienwappen aufgenommen. Für mich selbst ist das I Ging auf keinen Fall ein Mittel, um in die Zukunft zu schauen. Aber es kann eine Entscheidungshilfe sein. Die Münzen, die ich werfe, haben von einem Problem so wenig Ahnung, wie die hölzerne Wünschelrute von einer Wasserader, die mit ihrer Hilfe gesucht wird. Aber wie die Wünschelrute sind die Pentagramme ein Mittel, das Wissen, das in uns selber schlummert, so zu verstärken, dass es an die Oberfläche des Bewusstseins tritt. Ich werfe übrigens keine Münzen, ich mache es wie der Pfarrer, der für die Sonntagspredigt nach einem Bibelspruch sucht und einfach das Buch der Bücher aufschlägt und den Text nimmt, auf den sein erster Blick oder sein Daumen fällt. Als ich diesen Beitrag zu schreiben begann, habe ich dem Orakel eine Frage gestellt, nämlich, ob ich in Zukunft bei der Verarbeitung meiner Themen einen neuen, nüchterneren Stil bevorzugen solle. Ich schlug Markerts Büchlein auf – und sehen Sie selbst, was da stand:<br />
32. Heng: Im Himmel, auf Erden und in allen Dingen kann man die natürlichen Tendenzen beobachten, die schon von Anfang an bestanden,. Demgemäß führt der erleuchtete Mensch beharrlich fort und ändert nicht seine Handlungsweise.<br />
Was mir deutlich nahe legte, meinen alten Stil zu bewahren und die Finger von Experimenten zu lassen. Aber was soll’s: ich kann immer noch machen, was ich will und wozu ich Lust habe. Und Sie? Probieren Sie es selber aus. Und einen schönen Sonntag noch.</p>
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		<title>Schrödingers Katze</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 16:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Capra]]></category>
		<category><![CDATA[Chuang tzu]]></category>
		<category><![CDATA[Das Tao der Physik]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Schrödinger]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrik van Hees]]></category>
		<category><![CDATA[Katze]]></category>
		<category><![CDATA[Teilchenbeschleuniger]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Physiker Erwin Schrödinger schockierte 1935 seine Kollegen mit einem Gedankenexperiment, das die Problematik demonstrieren sollte, Quantenphänomene genau zu messen. Dass es im Wesentlichen auf den Beobachter und seine Fragestellung ankomme, wie die Antwort lauten werde. Bei Google ist u.a. &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=354">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Physiker Erwin Schrödinger schockierte 1935 seine Kollegen mit einem Gedankenexperiment, das die Problematik demonstrieren sollte, Quantenphänomene genau zu messen. Dass es im Wesentlichen auf den Beobachter und seine Fragestellung ankomme, wie die Antwort lauten werde. Bei Google ist u.a. darüber zu lesen: Bei diesem Gedankenexperiment wird eine Katze in eine undurchsichtige Kiste gesteckt, zusammen mit einer Apparatur, die, gesteuert durch radioaktiven Zerfall, die Katze innerhalb von einer Stunde mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% tötet. Die Frage ist nun, in welchem Zustand sich die Katze nach einer gewissen Zeit befindet, wenn man nicht in die Kiste hineinschaut &#8211; analog zur Frage nach dem quantenmechanischen Zustand eines Systems, solange man keine Messung an ihm vornimmt. Als Antwort auf diese Frage wird gegeben, dass die Katze sowohl gleichzeitig lebendig als auch tot ist. Erst wenn man die Kiste öffnet, manifestiert sich der Zustand in einer 100% lebendigen oder 100% toten Katze.<br />
( Hendrik van Hees, Physik und das Drumherum, 27. 5.1998)<span id="more-354"></span></p>
<p>Aber was hat diese Katze mit dem Taoismus zu tun? Eine ganze Menge. Unter den alten Lehren dieser Welt ist der Taoismus die einzige, die ohne jeden Widerspruch mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft harmoniert. Frithjof Capra hat sogar unter dem Titel DAS TAO DER PHYSIK einen dicken Wälzer darüber geschrieben. Die Idee von der lebenden, toten und sowohl lebenden wie toten Katze könnte von Chuang tzu stammen – und vielleicht hat Schrödinger sich sogar aus dieser Quelle für sein Gedankenexperiment bedient. Bei Chuang tzus Statement spielt freilich an Stelle der Katze ein Pferd die Hauptrolle: „Ein Pferd ist ein Pferd. Ein Pferd ist kein Pferd. Ein Pferd ist zugleich ein Pferd und kein Pferd.“ Ein wahrhaft quantenphysischer Satz. Der unorthodoxe Taoist drückte vor zwei Jahrtausenden eine Erkenntnis aus, die erst 1935 wieder ein Mensch zu formulieren wagte. Chuang tzu wusste nichts von Heisenbergs Unschärfenrelation, und im alten China gab es keinen extrem teuren Teilchenbeschleuniger, um etwas herauszufinden, das er intuitiv begriffen hatte.</p>
<p>Was die Forscher der 20er und dreißiger Jahre so aus der Bahn warf, war die Feststellung, dass erst die Teilnahme des Beobachters Veränderungen auf der subatomaren Ebene auslöste und der Zustand der Forschungsphänomene vor der menschlichen Einmischung offenbar einen Sowohl-als-auch-Status vermuten ließen, ähnlich der Katze von Schrödinger. Die Erkenntnis, dass der Mensch selbst es ist, der die Vorgänge seines Lebens und damit seiner Welt auslöst, ist wegen ihrer Ungeheuerlichkeit nicht bis zu den Gehirnen der Forscher durchgedrungen. Etwas, das ein Laotse und Chuang tzu beinahe mühelos begriffen haben, wird bis zum heutigen Tag schlichtweg ignoriert, weil Denken und Verstand nicht damit fertig werden. Chuang tzu hatte keine Schwierigkeit mit einem sozusagen offenen, unentschiedenen Seinszustand, der erst durch die Mitwirkung des Beobachters aus der Andeutung eines Pferdes oder Nicht-Pferdes einen richtigen, lebendigen Gaul machte – oder wenn das suchende menschliche Auge nach einer Gämse Ausschau hielt, einen Gamsbock vor den Sinnen erscheinen ließ. Dabei fällt die Forschung Jahrzehnt für Jahrzehnt immer wieder auf den gleichen Trick herein: da postuliert eine überaus angesehene Koryphäe seiner Branche, dass es noch mal ein kleineres Teilchen geben müsse. Aber um es nachzuweisen, brauche man natürlich einen viel viel größeren Teilchenbeschleuniger. Gut, endlich werden die Gelder bewilligt, das Ding wird gebaut – und siehe da, das hypothetische Teilchen zeigt sich den forschenden Beschauer. Dass einzig die Teilnahme des Beobachters schließlich das Teilchen hervorbrachte, wird keine Sekunde lang angenommen. Dieses Spiel lässt sich bei entsprechenden Hypothesen ins Unendliche fortsetzen.</p>
<p>Lernen wir – Sie und ich – etwas daraus? Sagt uns die Wahrheit, die in den Dingen selbst liegt, etwas Entsprechendes? Dass allein durch unser Gewahrsein ein Pferd zum Pferd oder Nichtpferd wird. Dass wir die Erzeuger unserer Welt sind, so vermessen das dem Gläubigen erscheinen mag? Der Gläubige mag einwenden, dass wir uns damit Gott gleich stellen würden – und übersieht, dass Gott oder das Tao dem Individuum die Arbeit des Erschaffens seiner Welt in seinem Konzept kurzerhand überlässt samt der Verantwortung für sein Wohlergehen. Die Zukunft ist als eine Unzahl an Tendenzen von Ereignissen in der Gegenwart eingefaltet – man könnte es mit einem riesigen Berg an Spielkarten vergleichen, auf denen steht, was stattfinden oder nicht stattfinden soll. Und unsere Teilnahme, unsere Beobachtung wirkt dabei mit, welche Karte nach oben und ins Bewusstsein trudelt, um Realität zu werden. Ohne unsere geistige Mitwirkung würde da nämlich gar nichts geschehen. Die Katze von Schrödinger bliebe für alle Zeiten sowohl lebendig wie auch tot.</p>
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		<title>TAO ist nur ein Wort</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 16:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Meister Eckhart]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Buchstaben: t-a-o, ein Geräusch – ein Nichts. Der Name könnte von Laotse kommen, der sagte. Man kann es die Mutter der Welt nennen. Ich weiß seinen Namen nicht. Ich nenne es Tao. Niemand erstarrt vor Ehrfurcht wie der Gläubige, &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=346">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Buchstaben: t-a-o, ein Geräusch – ein Nichts. Der Name könnte von Laotse kommen, der sagte. Man kann es die Mutter der Welt nennen. Ich weiß seinen Namen nicht. Ich nenne es Tao. Niemand erstarrt vor Ehrfurcht wie der Gläubige, wenn das Wort Gott fällt, es ist keine Autorität, die wie der biblische Schöpfer Lohn und Strafe austeilt. Es gibt keine Gebote – dafür aber eine Fülle von Ratschlägen und Hinweisen. Es könnte ebenso gut Pepsi-Cola heißen, der Name ist für das Unbekannte frei von jeder Bedeutung. Ein Taoist wäre dann dem Namen nach auch nur die Erweiterung oder Fortsetzung einer Lautfolge.<span id="more-346"></span> In diesem Sinne ist ein Taoist auch kein Taoist, der sich ein Bild vom Unbekannten macht und ihm nachfolgt – ein Mensch des Tao ist ein Individuum, das den Ort gefunden hat, in dem der Urgrund der Dinge sich auswirkt: nämlich in ihm selbst! Wenn das Tao einen wirklichen Namen trägt, dann ist es der Ihre! Damit bleibt es dennoch unbekannt und unbeschreiblich – aber wir können einen Wesenszug des Tao beschreiben, wenn wir ein Bild von uns selber zeichnen. Und zwar nicht jenes Selbstbildnis, das wir wie einen Schild vor uns hertragen und uns wünschen, dass die anderen es auch so sehen wie wir. Als Gegenleistung akzeptieren wir dann auch die Selbstdarstellung der anderen. Ich kann das Tao in mir nur dann skizzieren, wenn ich den wahren Menschen beschreibe, der ich bin. Ich müsste bei diesem Versuch also etwas ziemlich Unvollkommenes, von Fehlern und Schwächen Behaftetes schildern. Aber auch das würde kein Bild vom Tao ergeben. Erst wenn ich aus meinem Porträt alle Einflussgrößen herausnehme, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin, treffe ich die Wahrheit. Ich muss dann einen Menschen schildern, in dem die Sehnsucht schlummert, jenseits aller Prägungen den SINN zu verwirklichen. Indem ich diese Sehnsucht in meinem Herzen zur brennenden Flamme anwachsen lasse, treffe ich auf das Wesen des Tao, das sich durch mich als seinem vergänglichen Endprodukt selber realisieren will. Schwer zu verstehen, ich weiß. Über die Jahrmillionen hinweg haben das nur sehr wenige verstanden. Einer davon war Meister Eckhart, der in seinen deutschen Predigten und Traktaten den Namen Gott anstelle Tao eingesetzt hat, der aber bei genauer Betrachtung nicht an das Gottesbild der eigenen Kirche glaubte. Als er einmal gefragt wurde, warum der biblische Gott die Erde erst vor 6000 Jahren erschaffen habe, antwortete er ziemlich salopp: „wenn es ihn früher gegeben hätte, wäre das sicher schon früher passiert.“ Diese Äußerung brachte ihn am Ende vor die Inquisition. Man muss seinen tiefsten Gefühlen folgen, wenn man den eigenen tiefen Grund verstehen will. Und das ist nicht unbedingt eine Sache absoluter Leere – es gelingt, wenn alle unsere Werkzeuge der Lebensäußerung für wenige Augenblicke auf ein einziges Ziel hin zusammenwirken, also die drei Bausteine des Ich ebenso wie Denken, Fühlen und unser Ahnungsvermögen. Und dieses Ziel kann nichts anderes als Selbsterkenntnis sein – die Erkenntnis der eigenen Tiefe, und zwar fadengenau so, wie diese beschaffen ist.</p>
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		<title>Wie man ein Philosoph wird“</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 05:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Chuang tzu]]></category>
		<category><![CDATA[Philosoph]]></category>
		<category><![CDATA[Ralph Waldo Emmerson]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbild]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder Mensch ist nicht so sehr ein Arbeiter auf Erden, als wie er eine Andeutung dessen ist, was er sein sollte. Ralph Waldo Emerson Als mir dieser Satz von Emerson zum ersten Mal vor Augen kam, musste ich an meine &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=342">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Jeder Mensch ist nicht so sehr ein Arbeiter auf Erden,<br />
als wie er eine Andeutung dessen ist, was er sein sollte.<br />
Ralph Waldo Emerson</p></blockquote>
<p>Als mir dieser Satz von Emerson zum ersten Mal vor Augen kam, musste ich an meine Glosse „Wie man ein Philosoph wird“ im TAGundTAO vom Dezember 2009 denken. Da lautete ein Teil meiner Ratschläge so: &#8221; Entwickeln Sie eine eigene Idee über den Erkenntniszustand der Welt. Grundbedingung für diese Idee ist nicht etwa ihre Brillanz – wichtig ist, dass sie möglichst unverständlich ist. Formulieren Sie ein krudes Weltbild, mischen Sie in Ihre Texte Wörter aus dem deutschen Sprachschatz, aber sorgen Sie dafür, dass sie gegenüber den fremden Ausdrücken nicht die Oberhand gewinnen. Zitieren Sie berühmte Berufskollegen, aber stimmen Sie ihnen weder zu noch lehnen Sie sie ab. Bleiben Sie unter allen Umständen diffus, weil diese Unbestimmtheit das Merkmal des modernen Philosophen ist und quasi Ihre Eintrittskarte in diese Zunft. ….. Falls sich während Ihres Ringens um vage, aber dennoch bedeutungsvoll klingende Formulierungen klare Gedanken und Einsichten einstellen sollten, dann behalten Sie diese aus reinem Selbstschutz für sich. Ihr Ruf wird in dem Maß wachsen und vom gemeinen Volk anerkannt werden, je überzeugter, aber unklarer Sie sich ausdrücken.&#8221;<span id="more-342"></span></p>
<p>Auch Emerson neigt in seinen Werken zu den kryptischen Formulierungen seiner Branche. Aber ich schätze ihn trotzdem als einen Menschen ein, dessen Denken sich in vielen Bereichen sehr nahe an den taoistischen Einsichten bewegt. Wie der obige Satz, der auf den ersten Blick schlichtweg pompös, aber kaum verständlich wirkt. Durch Laotses Brille betrachtet, gewinnt die Aussage unversehens Sinn. Den Arbeiter auf Erden darf man ruhig wörtlich nehmen, seit den Pharaonen werden Menschen von den Inhabern der entsprechenden Positionen bis aufs Blut ausgenützt, ausgepresst. Gut, wir sollen und dürfen produktiv tätig sein, aber es macht einen gewaltigen Unterschied, wie die Bedingungen unseres Schaffens aussehen. Und hier setzt Emerson das Signal, das vor zweieinhalb tausend Jahren die Lehrer des Tao bereits gesehen und vertreten haben.</p>
<p>In uns steckt mehr als die Eignung zum Lohnsklaven. Um das eigene Los zu bessern und nachhaltig zu verändern braucht es freilich mehr, als dass wir uns nur andeutungsweise bewusst sind, was wir tatsächlich sein sollten – und nach den Einsichten von Laotse und Co. auch sein k ö n n t e n ! Es braucht den Schock einer durchdringenden Erkenntnis der eigenen Position auf Erden. Wer die Basis seiner geistigen Ausstattung ein einziges Mal gespürt hat, begreift mit einem Mal, dass der Grund der Dinge sich nur dann durch ihn in der Rolle des Unterlegenen erfährt, wenn der Betroffene selber dieses würdelose Spiel mitspielt. Aus dem gleichen Potenzial, aus dem der Verlierer seine Niederlagen schöpft und sich einzig als Arbeiter auf Erden erfährt – aus dem gleichen Potenzial kann der individuelle Mensch aus sich selbst heraus jene Energien schöpfen, die sein Leben verändern. Ich rede von jener Energie, die selbst einem zarten Grashalm innewohnt und ihn fähig macht, eine Betondecke zu durchstoßen. Öffnen Sie sich dieser Energie, damit aus Emersons Andeutung dessen, was Sie sein sollten, ein Wesen wird, das seine Identität mit dem göttlichen Ursprung im eigenen Leben kraftvoll wie der Grashalm umsetzt und damit dieses schwächliche „Sein sollte“ in reales Sein verwandelt. Ein Sein, dessen geistige Struktur mit Chuang tzus Wesenhaftem übereinstimmt, der unbekümmert seines Weges geht – (und die Taschen immer voller Geld hat).</p>
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		<title>Intuition</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 06:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie müht sich unser Intellekt, bis er ein Körnchen Gold entdeckt. Drauf gähnt Madame Intuition: „Ach das…? – Das wusst ich immer schon!“ Mascha Kaléko Menschen, die andauernd voller Ideen stecken, nehmen für sich in Anspruch, außerordentlich intuitiv zu sein. &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=338">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wie müht sich unser Intellekt,<br />
bis er ein Körnchen Gold entdeckt.<br />
Drauf gähnt Madame Intuition:<br />
„Ach das…? – Das wusst ich immer schon!“<br />
Mascha Kaléko</p></blockquote>
<p>Menschen, die andauernd voller Ideen stecken, nehmen für sich in Anspruch, außerordentlich intuitiv zu sein. Wieviel von dieser „Intuition“ bei genauerem Hinschauen bloß Schnapsideen sind, lässt sich schwer sagen, aber nach meiner Erfahrung lässt manches, das diese übersprudelnden Leute kontinuierlich von sich geben, in Bezug auf Intelligenz einiges zu wünschen übrig. Gut, in jedem Menschen ist die Gabe der Intuition vorhanden. In dem Sinne sind wir alle kleine Hellseher. <span id="more-338"></span>Unser Problem besteht darin, zwischen Eingebungen unseres Verstandes und eben jener magischen Intuition zu unterscheiden. Ich will hier spontane Ideen unseres Verstandes nicht herabsetzen, wir brauchen sie und sie haben uns schon oft in unserem Leben geholfen. Die Intuition konkurriert auch nicht mit unserer Erfahrung – sie macht sie vollständiger, potenziert sie gewissermaßen. Und sie unterscheidet sich von der Idee durch zwei Merkmale: sie hat, wenn sie sich uns mitteilt, weder Worte noch Bilder. Unsere Erfahrung, vom Denken unterstützt, operiert mit Text und Bild. Aber, wie soll ich einen intuitiven Impuls dann erkennen, wenn er quasi sprachlos ist? Ist sie ein diffuses Gefühl, die Intuition? Bitte, glauben Sie auch nicht daran. Diffuse Gefühle sind ab und zu Begleiter unserer eher fragwürdigen intellektuellen Eingebungen, aber keine Indizien für das Wirken der Intuition. Wie also werden die Signale der Intuition dann erkannt? Ich trenne die Intuition und ihr Wirken nicht von unseren Instinkten ab – für mich gehören sie zusammen als Werkzeuge des Überlebens. Beides zusammen teilt sich uns in der ungewohnten Form eines plötzlichen Wissens mit, des spontanen Verstehens eines Sachverhaltes, verbunden mit dem Impuls zur Tat. Wir sind fähig, dieses aus dem Nichts aufgetretene Verstehen auf der Stelle in Sätze und Bilder zu verwandeln und daraus unsere Entscheidungen abzuleiten. Dieses nonverbale Verstehen ist ein metaphysisches Phänomen unseres Geisteslebens. Seine Informationen kommen aus einer Quelle, die keine Grenzen hat. Wenn Sie die Art, wie die Intuition als ein Signal des Unendlichen sich Ihrem Verstand mitteilt, ein einziges Mal bewusst erleben, sind Sie im Kreis der echten Intuitions-User angekommen.</p>
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		<title>Die DNA der Schöpfung</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 09:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[DNA]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelhelix]]></category>
		<category><![CDATA[kollektives Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Platon]]></category>
		<category><![CDATA[Schöpfung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ideen als eigentliche Wirklichkeit sind absolute, zeitunabhängig bestehende Urbilder. Da sie nicht dem Entstehen, dem Wandel und dem Vergehen unterliegen, sind sie von göttlicher Qualität. Platon Platon spricht mit dem Wortschatz seiner Zeit von der Wirklichkeit, deren Grundlage die &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=329">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Ideen als eigentliche Wirklichkeit sind absolute, zeitunabhängig bestehende Urbilder. Da sie nicht dem Entstehen, dem Wandel und dem Vergehen unterliegen, sind sie von göttlicher Qualität.<br />
Platon</p></blockquote>
<p>Platon spricht mit dem Wortschatz seiner Zeit von der Wirklichkeit, deren Grundlage die schöpferische Idee ist. Wenn ich seine Worte ins wissenschaftliche Vokabular der Gegenwart übersetze, bedeutet es das Vorhandensein einer kosmischen DNA, einer universalen Doppelhelix, dem Genprotokoll der Schöpfung. Diese absoluten Urbilder sind im Gehirn eines jeden Menschen vorhanden, sie werden dem Säugling bei der Geburt in die Wiege gelegt und sorgen dafür, dass das kollektive Gehirn der Menschheit seine Welt in jedem Individuum gleich erlebt.<span id="more-329"></span> Ich gehe noch einen Schritt weiter mit der kühnen Behauptung, dass diese DNA in unserem Kopf die eigentliche Welt ist, die wir erleben, und zwar b e v o r sie sich materialisiert. Das Urbild wird erst durch unsere Wahrnehmung zur greifbaren Realität, ohne den Beobachter würde es bei den Ideen der Urbilder bleiben. Das Genprotokoll des kontinuierlichen Schöpfungsprozesses in unseren Gehirnen lässt mit unserer Beobachtung Platons Ideen zu greifbarer Realität werden, unser Gewahrsein sorgt für den Tanz der Teilchen.</p>
<p>Damit wäre dem Menschen eigentlich ein gewaltiges Machtpotenzial an die Hand gegeben. Von der Wiege an sorgt das Gewahrsein seiner Welt zugleich dafür dass sie sich verändert. Wir können beim Beobachten der Dinge noch nicht einmal verhindern, dass sie sich verändern. Diese Einsichten bilden auch die Grundlage für das taoistische Prinzip des Nichthandelns. Nichthandeln meint, dass die begrenzte individuelle Erfahrung erst in zweiter Linie gebraucht wird, wenn wir erst einmal die in uns schlummernde Macht des Geschehenlassens durch unsere Wahrnehmung entdeckt haben.</p>
<p>Sie dürfen nichts von dem glauben, was hier geschrieben steht. Aber Sie können die Antworten in sich selbst finden. Wie sagte Laotse: „Woher weiß ich aller Dinge Art? Aus diesen selbst!“ In jedem von uns sind die Urbilder der Schöpfung vorhanden – wir bräuchten keine Lehrer, keine klugen Bücher, auch keine Vorbilder. Der Mensch wäre aus sich allein heraus fähig, die Wahrheit und die Geheimnisse des Seins zu entdecken. Die Einsichten Platons sind in ihrer Tiefe gewaltig und haben heute noch Gültigkeit. Lassen Sie die Auskünfte über Ihre Position im Universum und die Bedeutung Ihres Vorhandenseins aus der eigenen Tiefe Ihres Bewusstseins aufsteigen. Das ist der Ort, von dem aus auch Laotse seine Weisheit geschöpft hat.</p>
<p>Das alles klingt arg philosophisch – und theoretisch. Das ist ja das Problem: wir sind sehr viel stärker an allem beteiligt, was da stattfindet, als wir uns vorstellen können oder wollen. Aber unser Geist reduziert unseren Einfluss auf das Geschehen auf die Grundregeln, die wir einmal gelernt haben. Und zwar von Menschen, die es ebenfalls niemals anders gewusst haben. Die Religionen könnten es sich gar nicht leisten, mit der Wahrheit herauszurücken, selbst wenn sie diese erkennen würden. Weil damit aller Einfluss verloren ginge, weil die Menschen einem Laotse gleich alle Auskunft aus der Doppelhelix der schöpferischen Idee beziehen würden und auf keinen aufklärenden Lehrer mehr angewiesen wären.</p>
<p>Horchen Sie in sich hinein. Dort ist alles vorhanden, was Sie brauchen, um kraftvoll auf die Probleme Ihres Lebens einzuwirken.</p>
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		<title>Frühling auf La Costa</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 06:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich an diesem Sonntag über unser Land spazierte, überkam mich unversehens ein ungewöhnlich starkes Gefühl von Freude und Zusammengehörigkeit mit der Natur, das mich an einen Spruch von Ralph Waldo Emerson erinnerte, den ich vor Jahren einmal im TAGundTAO &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=319">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.die-taobaustelle.de/?attachment_id=334" rel="attachment wp-att-334"><img class="aligncenter size-medium wp-image-334" title="Frühling auf La Costa" src="http://www.die-taobaustelle.de/wp-content/uploads/2012/03/April7-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Als ich an diesem Sonntag über unser Land spazierte, überkam mich unversehens ein ungewöhnlich starkes Gefühl von Freude und Zusammengehörigkeit mit der Natur, das mich an einen Spruch von Ralph Waldo Emerson erinnerte, den ich vor Jahren einmal im TAGundTAO besprochen hatte:</p>
<blockquote><p>Die größte Wohltat, die uns Felder und Wälder gewähren, ist die Idee einer geheimen Verwandtschaft zwischen dem Menschen und der Pflanzenwelt. Ich bin nicht allein und unerkannt. Sie neigen sich mir zu, und ich neige mich ihnen zu. Das Schwingen der Zweige im Sturm kommt mir neuartig und doch wieder altbekannt vor. es überrascht mich, und doch ist es mir nicht unbekannt. Seine Wirkung ist wie die eines höheren Gedankens oder einer edleren Gemütsbewegung, die über mich kommt, wenn ich meinte, ich dächte richtig und handelte recht.</p></blockquote>
<p>Also beschloss ich heute Morgen, an diesem Frühlingserleben unsere Gäste &#8211; unabhängig von unseren Kursangeboten &#8211; teilhaben zu lassen. Der Text Emersons wird heute noch ausgedruckt und in jede Wohnung gelegt und ich will versuchen, in diesen Wochen, da die Natur explosionsartig erwacht, die Menschen, die hier bei uns Rast machen, auf diese einmalige Erfahrung vorzubereiten. Doch unabhängig davon: suchen Sie bei sich zuhause einen magischen Ort auf und öffnen Sie sich diesem Geist, der uns aus der Natur anweht und uns seine Geheimnisse anvertrauen will.</p>
<p>PS: Im April und Mai wären – falls Sie zu uns kommen möchten – noch ein paar Termine frei.</p>
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		<title>Der Glaube an die eigene Kraft</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 10:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Galube]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensangst]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensproblem]]></category>
		<category><![CDATA[Marie von Ebner-Eschenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbewußtsein]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal, wenn ich einen Beitrag verfasse, zweifle ich am Grundton meiner Texte. Soll ich das Tao, das überall präsent ist, weiterhin so betonen, wie ich es mache – oder wäre es sinnvoller, das Tao als Quelle aller Energie einfach vorauszusetzen &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=314">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal, wenn ich einen Beitrag verfasse, zweifle ich am Grundton meiner Texte. Soll ich das Tao, das überall präsent ist, weiterhin so betonen, wie ich es mache – oder wäre es sinnvoller, das Tao als Quelle aller Energie einfach vorauszusetzen und in den Aufsätzen die Eigenleistung stärker zu betonen. Ich habe probeweise zwei Versionen zum gleichen Zitat verfasst – und Ihre Stellungnahme dazu wäre mir eine Hilfe für meine kommenden Arbeiten.</p>
<p>I.</p>
<blockquote><p>Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, dann ist es der Glaube an die eigene Kraft<br />
Marie von Ebner-Eschenbach</p></blockquote>
<p>Lassen Sie uns den Glauben an die eigene Kraft Selbstvertrauen nennen. Dann ist es leichter festzustellen, ob sie da drinnen in uns wohnt oder nur eine gelegentlich auftretende Begleiterscheinung unserer emotionalen Tagesform ist. Jeder von uns kennt vermutlich Leute, die vor Kraft und Selbstbewusstsein förmlich zu bersten scheinen – aber das sind meist nur gute Schauspieler, die am Syndrom der Erhabenheit leiden und von deren Kraft wenig übrig bleibt, wenn erst mal die Luft heraus ist.</p>
<p>In Ihrem vertrauten psychischen Zustand leben Sie in dem Gefühl, sich als einem Individuum vertrauen zu müssen, das unabhängig von der Bewegung der Welt seine Probleme und Konflikte mit Hilfe der engen Rinne eigener Erfahrung und eigenen Wissens lösen muss. Sobald Sie aber ein Gefühl für Ihre untrennbare Verbundenheit mit dem Geschehen draußen gewinnen, zieht die Energie das Tao bei Ihnen ein. Sie sind dann zwar noch immer allein, aber nicht mehr einsam. Sie sind immer noch Sie selbst, aber Sie erleben sich frei von den alten, isolierenden Reflexen Ihres Geistes als den Verursacher, die Verursacherin Ihres Lebens.</p>
<p>Dieses Selbst, dem zu vertrauen ich Sie ermutigen möchte, bezieht alle Ereignisse Ihres Lebens in Ihre Identität ein. Wenn Sie in diesen emotionalen Standort hineinfinden, wird Selbstvertrauen, also der Glaube an die eigene Kraft zum Grundgefühl eines Geistes, in dem alle Regungen, Ihr Denken, Ihr Wissen, Ihre Erfahrung, aber auch Ihre Instinkte, Ihre kreativen Impulse und Ihre Intuition zusammenfließen.</p>
<p>II.</p>
<blockquote><p>Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, dann ist es der Glaube an die eigene Kraft<br />
Marie von  Ebner-Eschenbach</p></blockquote>
<p>Wo war sie, diese eigene Kraft während Ihrer letzten Krise? Hat der Glaube an sie, wie die Ebner-Eschenbach betont, Ihnen herausgeholfen aus dem Lebensproblem? Spüren Sie überhaupt die Kraft des Siegers in sich, wenn Probleme nahen? Schauen Sie zurück in Ihre Kindheit: als diese berühmte eigene Kraft in Ihnen heranzuwach-sen begann, wie haben Ihre Eltern darauf reagiert? Solange Sie brav waren und nicht auffielen, ist Ihnen nichts passiert, wurde nichts unternommen, um Sie auf die richti-ge handliche, pflegeleichte Größe zurechtzustutzen. Aber wehe, wenn die innere, einst so unverwüstliche kindliche Kraft in eine Richtung zielte, die vom Erziehungs-konzept (oder vom Bedürfnis nach Bequemlichkeit der Eltern) abwich? Da wurde der kleine Mensch dann auf der Stelle auf die scheinbar richtige Größe zurechtge-stutzt. Was ist nach der Pubertät von Ihrer eigenen Kraft, von diesem Potenzial an Lebensenergie übrig geblieben, das Berge versetzt? Wenig? Oder überhaupt nichts? Fühlen Sie sich oft oder selten als Verlierer, als ein Mensch der von den Umständen gelebt wird, statt selber zu leben? Hat man Ihnen beigebracht, für ein kleines Quäntchen Sicherheit ein Universum an Freiheit aufzugeben. Wohnen noch Mut und Tatkraft in Ihnen, nachdem einige Misserfolge die Thesen Ihrer Erzieher und Lehrer als richtig bestätigt haben? In vielen Erwachsenen ist nicht mehr viel da von dieser eigenen Kraft, die Berge versetzen kann. Was übrig blieb, reicht gerade noch aus, sich im Beruf an der Oberfläche zu halten, ohne unterzugehen.</p>
<p>Also weg mit dem hübschen Spruch und weiter mit einem Dasein voller chronischer Probleme und Lebensangst? Das muss nicht sein. Gut, uns wurde der Glaube an die eigene Kraft zwar gepredigt, aber sobald wir sie einsetzen wollten, kam der Dämpfer von oben. Trotzdem ist nicht alles verloren, gleich, was in Ihrem Leben bisher ge-schehen ist. Ich möchte Ihnen andeuten, wie ein Mensch fühlt und handelt, der sich der noch immer vorhandenen eigenen Kraft bewusst ist, der noch immer daran glaubt, dass in ihm ein Potenzial an Energie wohnt, das weit über alles hinaus reicht, was er bisher im Alltag eingesetzt hat. Mit dieser Kraft, an die zu glauben, der zu vertrauen uns viel zu früh abgewöhnt wurde, verhält es sich vielleicht ähnlich wie mit einem wahnsinnig gewordenen Menschen: es ist bekannt, dass geistig Gestörte, wenn sie zu randalieren beginnen, plötzlich über gewaltige Körperkräfte verfügen. Es sind noch die gleichen Knochen, Muskeln und Sehnen – und doch explodiert hier eine Energie, die nur möglich wird, weil keine emotionalen oder intellektuellen Hemmungen sie mehr bremsen. Analog schlummern in uns die Energien des Univer-sums, in jedem Menschen wohnt die Lebenskraft, die Grashalme durch Betondecken wachsen lässt und Felswände zertrümmert. Diese Kraft, die Berge voller Nöte und Sorgen versetzt, wohnt in uns. Wir sollten uns das bewusst machen – und es glauben. Wir müssen einfach die Hemmungen einer verkehrten Erziehung samt ihrer Folgen für unser Selbstvertrauen abwerfen, alle schwächlichen Bedenken beiseitefegen, wie der Wahnsinnige seine alte, normale Körperkraft.</p>
<p>Wenn ich an die eigene Kraft glaube, wird sie aktiv, wenn sie gebraucht wird. Lassen Sie uns von dieser Stunde an aufhören, in Kategorien der Schwäche und Unterlegenheit von uns zu denken. Der wesenhafte Mensch powert los, wie ein selbstbewusster Jugendlicher heute sagen würde.</p>
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		<title>Nichthandeln</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 10:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Laotse]]></category>
		<category><![CDATA[Nichthandeln]]></category>
		<category><![CDATA[Prägungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer das Lernen übt, vermehr täglich. Wer dem Tao nachgeht, vermindert täglich. Er vermindert und vermindert, bis er schließlich beim Nichthandeln ankommt. Beim Nichthandeln bleibt nichts ungetan. Laotse, 48. Spruch „Wer das Lernen übt, vermehrt täglich“ ist eigentlich als Warnung &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=305">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wer das Lernen übt, vermehr täglich.<br />
Wer dem Tao nachgeht, vermindert täglich.<br />
Er vermindert und vermindert,<br />
bis er schließlich beim Nichthandeln ankommt.<br />
Beim Nichthandeln bleibt nichts ungetan.<br />
Laotse, 48. Spruch</p></blockquote>
<p>„Wer das Lernen übt, vermehrt täglich“ ist eigentlich als Warnung gedacht. Die leise Häme des Textes kritisiert nicht den Erwerb von Fachwissen oder Allgemeinbildung. Der Alte redet von einem Lernen der anderen Art: der Vermehrung des psychologischen Wissens. Laotse sagt kurz und bündig: Im Lernen zu Themen wie dem eigenen Selbst, dem Schöpfer, dem Lebenszweck und dem Woher und Wohin des Daseins wird jemand kontinuierlich sein Wissen vermehren, aber nie zu einem Ende kommen.<span id="more-305"></span></p>
<p>Vermindern bedeutet das Abwerfen aller Prägungen, gleich, ob es sich um Ihr allgemeines Weltbild handelt, Ihr Selbstverständnis oder Ihre religiösen Überzeugungen. Im Grunde gehört der ganze Lehrstoff, die Summe all der lebenslangen Prozesse der Vermehrung aus dem Spiel genommen. Wir vermindern und vermindern, indem wir unseren vertrauten, ein Leben lang gewachsenen geistigen Standort aufgeben. Und zwar ersatzlos.</p>
<p>Sie müssen nichts zu tun, es gibt nichts zu lernen, Sie brauchen nur aufzugeben. Dieses aus Lernen gewonnene Bild Ihres Selbstverständnisses ist das Hindernis, das weg muss. Und das verschwindet in dem Maß, wie Sie ihm nicht mehr gestatten, sich in Alles und Jedes einzumischen. Lassen Sie die in Ihnen vorhandene natürliche Leere zu, wenn Sie etwas tun müssen.</p>
<p>„Bis er schließlich beim Nichthandeln ankommt.“ Wenn Sie allen Resultaten früherer Lernprozesse auf psychischer Ebene ade gesagt haben, wenn Sie mit absoluter Klarheit realisiert haben, dass damit auch das Reservoir Ihrer gesammelten Lebenserfahrungen fragwürdig geworden und – zumindest zum kreativen Gebrauch &#8211; nur noch bedingt geeignet ist, wenn Sie dies erkannt haben, dann ist Nichthandeln Realität geworden. Chuang tzus Kommentar zu diesem Spruch ist kurz,  aber er drückt bildhaft die Schwäche des Vermehrens und die Kraft des Verminderns aus, das zum Nichthandeln wird:</p>
<blockquote><p>„Wenn ein Heizer ein Feuer unterhält, indem er mit der Hand ein Scheit aufs andere legt, gibt es eine Grenze. Aber wenn ein Brand sich von selbst ausbreitet, ist der Vorgang ein dauernder.“</p></blockquote>
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		<title>Als ich mich selbst zu lieben begann</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 07:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Theo Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Taoismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist - von da an konnte ich ruhig sein. Heute &#8230; <a href="http://www.die-taobaustelle.de/?p=295">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Als ich mich selbst zu lieben begann,<br />
habe ich verstanden,<br />
dass ich immer und bei jeder Gelegenheit<br />
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin<br />
und dass alles, was geschieht, richtig ist -<br />
von da an konnte ich ruhig sein.<br />
Heute weiß ich, das nennt man VERTRAUEN</p>
<p>Als ich mich selbst zu lieben begann,<br />
konnte ich erkennen,<br />
dass emotionaler Schmerz und Leid<br />
nur Warnung für mich sind,<br />
gegen meinen eigene Wahrheit zu leben.<br />
Heute weiß ich, das nennt man AUTHENTISCH SEIN.</p>
<p>Als ich mich selbst zu lieben begann,<br />
habe ich aufgehört,<br />
mich nach einem anderen Leben zu sehnen<br />
und konnte sehen, dass alles um mich herum<br />
eine Aufforderung zum Wachsen war.<br />
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.</p>
<p>Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,<br />
Konflikten und Problemen mit uns selbst<br />
und anderen zu fürchten,<br />
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander<br />
und es entstehen neue Welten.<br />
Heute weiß ich, DAS IST DAS LEBEN!</p>
<p>Charlie Chaplin</p></blockquote>
<p>Nachtrag: Das Gedicht wird Charly Chaplin zugeschrieben, er soll es an seinem 70. Geburtstag am 16.4.1959 verfasst haben. Aber es ist nicht sicher, ob es von ihm stammt. TF</p>
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