Theos Schreibmaschine

Theos Schreibmaschineauf dieser Schreibmaschine hat Theo vor vielen Jahren in Frankreich sein erstes Buch „Wu Wei – die Lebenskunst des Tao“ geschrieben. Im ersten Jahr hier in Italien ist sie dann einem Zimmerbrand zum Opfer gefallen, und damit hat dann das Computerzeitalter auch bei uns Einzug gehalten. Mit den Jahren sind es viele Bücher geworden, die Zeitschrift „TagundTao“ ist dazu gekommen, und es gibt immer noch einige Dateien mit Notizen.  Die eine oder andere werde ich vielleicht mit der Zeit hier veröffentlichen.

Zum Ende des Jahres möchte ich mich bei Euch allen noch einmal ganz herzlich für Eure Anteilnahme bedanken. Das Neue Jahr wird ein Neuanfang sein, für mich auf jeden Fall, für den einen oder anderen von Euch vielleicht auch, und ich wünsche Euch und mir, dass es ein guter Neuanfang wird, der in ein gelingendes Jahr führt.

Sabine

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6 Kommentare zu Theos Schreibmaschine

  1. Liebe Frau Sabine,
    alles Gute für Sie in der Zukunft und denken Sie auch an die schönen Zeiten mit Ihrem geliebter Mann zurück. Alles ist gut.
    Liebe Grüße aus Hamburg.
    Hans-Peter Vagt

  2. Alter_Chinese! sagt:

    Selbst die Schreibmaschine sieht so aus wie man sie sich vorgestellt hatte! So wie der stattliche Mann selbst, der auf den veröffentlichten Fotos immer aussah wie der gütige, durchaus auch etwas grantige, aber in sich selbst ruhende, Großvater aus dem Kinder-Bilderbuch. Wenn ich mal so aussehe wenn ich alt bin, dann bin ich zufrieden. 😉

    Kenne das: Man sitzt allein zuhaus und überall stehen/liegen die Gegenstände des verstorbenen geliebten Menschen herum, so als sei er nur gerade mal kurz aus dem Haus gegangen. Das kriegt das Hirn lange Zeit nicht auf die Reihe. – Und er soll jetzt plötzlich zweidimensional sein, nur noch ein eingerahmtes Foto auf dem Tisch, das nichts sagt, nicht antwortet, keinen Trost spendet, wenn man sich alleine fühlt? Das kann doch nicht wahr sein!

    Für mich war, bei unserem Trauerfall im engen Familienkreis, die ständige Anwesenheit dieser vielen persönlichen Gegenstände des Verstorbenen fast das Schlimmste. Die Beerdigung selbst war schon fast ein Zuckerschlecken dagegen: Viel Gefühl und echte Anteilnahme, man steht in gewisser Weise noch unter Schock, was ja nicht einmal unangenehm sein muss, und man erfährt Hilfe und Unterstützung von Leuten, von denen man das gar nicht erwartet hatte. Die waren da, haben uns unter die Arme gegriffen, und doch hat man deren Anwesenheit kaum bemerkt. Menschen des Tao vielleicht?

    Aber irgendwann sind die Menschen weg – es geschehen schließlich auch noch andere Unglücksfälle in der Gemeinde, aber diese „personifizierte Gegenständlichkeit“ (die ich selbst auf dem bloßen Bild von der Schreibmaschine wahrzunehmen meine) bleibt. Und man ist allein damit. Anfangs empfindet man es beinahe als Frevel etwas davon von seinem Platz zu wegzubewegen, und niemand anderes sollte es wagen Derartiges zu tun!

    Und irgendwann blitzt doch wieder die Sonne hindurch, und man beginnt ganz allmählich wieder das rein Gegenständliche der Gegenstände wahrzunehmen. Als würde man langsam aus einem bösen Traum aufwachen. Man begreift dass das Festhalten das eigene Leid nur verlängert und niemandem etwas nützt. Man hat sich selbst sozusagen beim Anhaften ertappt.

    Sekunden- manchmal minutenweise beginnt man zu spüren, dass der sogenannte Verstorbene gerade dann wieder am nächsten ist, wenn man ihn wirklich losgelassen hat. Aber das braucht Zeit. Viel Zeit. 2014 würde ich noch nicht als Neubeginn sehen, sondern als Trauerjahr. Warum nicht einfach mal eine Zeit des Stillstands im Getriebe, das Tao lässt ja doch nichts ungetan.

    Wenn das Schicksal zuschlägt, denke ich manchmal, vielleicht etwas zynisch, bei mir selbst:

    Das Tao tut nichts – es will nur spielen.

    Es werden wieder viele gute Dinge geschehen. Einfach so. Manchmal werden Sie das Gefühl haben, Ihr Mann habe in dieser oder jenen Situation als Schutzengel über Sie gewacht. Ich selbst hatte in unserem Fall sogar in Träumen im Nachhinein noch zwei, drei Dinge erfahren, von denen ich zuvor keine Ahnung hatte, die sich beim Nachfragen aber als wahr herausstellten. Anderen in derselben Situation ging es vermutlich ähnlich. Ganz erstaunlich! – Wohl alles doch nicht so endgültig wie es scheint. Warum sollte es auch? Schließlich ist alles ein Kreislauf.

    Eine Schreibmaschine ist eine Schreibmaschine, und Ihr Mann wäre natürlich zu gerne noch viele Jahre an Ihrer Seite geblieben. Aber sein Körper (aus Sternenstaub, auch nur geliehen) war kaputt, und er musste ihn wieder am Ein-/Ausgang abgeben. Entsteht jetzt wieder etwas Neues, Gesundes, Vitales. Eine herbe Übergangsphase, die Krankheit, das Leid, aber das alles ist für ihn nun als wäre es nie gewesen. Es ist überstanden. Für ihn ist jetzt alles gut.

    Werde Neujahr 2014 ebenfalls nicht feiern. Mir ist auch mehr nach Besinnung zumute als nach bewaffnetem Häuserkampf.

    P.S.: Empfinde es als Segen, dass uns die Bücher von Theo Fischer erhalten bleiben. (Habe überschlägig nachgesehen: Alle Buchstaben noch an ihrem Platz!) Ein großartiger Zeitgenosse war das! Danke.

  3. Thomas sagt:

    Ich wünsche Ihnen viel Kraft für den Neunfang Sabine und freue mich über jede Zeile von und über Theo Ficher, die hier veröffentlicht wird…
    Viele Grüße
    Thomas

  4. Timo sagt:

    Hallo Frau Fischer,

    auch von mir die besten Wünsche fürs Neue Jahr, vor allem viel Kraft.
    Ich habe vor zwei Tagen die Lektüre von „Wu Wei: Fragen und Antworten“ beendet. Ein wahres Meisterwerk, das eindrucksvoll zeigt, das Theo ein wahrer Mensch des Tao war.

    Viele Grüße,

    Timo

  5. JE sagt:

    Was denke ich, wenn ich dieses Bild von Theos Schreibmaschine sehe?

    Die Schreibmaschine, die in ihrer Gegenständlichkeit nicht mehr ist.
    So viel ist aus ihr entstanden, man denkt mit Freude (vielleicht auch mit Dankbarkeit) an dieses Gerät zurück – auch, … um nicht zu vergessen, dass mit diesem doch eigentlich so (winzigen) Teil dieses Universums so viel erreicht, so viel ausgerichtet wurde.
    Sicher, sie hat nicht selbst geschrieben, sie war „nur“ Medium, hat zuverlässig gearbeitet, was in sie rein und aus ihr heraus sollte.

    Wenn es auch keinen realen Vergleich zwischen Mensch und Maschine gibt, so mag es diese – rein abstrakte philosophische – Betrachtung sein:
    Zu begreifen, dass auch der Mensch, mehr ist als „nur“ Körper, Gegenstand oder Wesen.

    Wir sind auch das, was wir tun – das, was bleibt – das, was wir an und in die Welt geben. Die Erinnerung… das Gedenken, das Andenken daran: Sehr schön und sehr wichtig! – Wenn und solange sie uns nicht hindern, fortzuschreiten, weiter voran zu gehen, sondern im „leichten“ Gepäck weiterhin und überall hin mitzukommen, nicht selbst schwer daran zu „schleppen“, SONDERN vielmehr von ihnen weiter getragen zu werden. Das hat nichts mit Klammern, nichts mit Anhaften zu tun.

    Liebe Sabine, auch in diesem Sinne ein schönes Bild!

    Ich freue mich auf Theos (z.T. noch unveröffentlichte) Notizen hier im Blog. Nicht, um zu halten, was nicht zu halten ist. Sondern um einen Geist zu bewahren, weiter zu tragen und daran teil zu haben, der ohnehin überall noch ist, der überdauert.

    Ich wünsche Dir und allen Lesenden hier im Blog ein kraftvolles und liebevolles neues Jahr.
    Herzliche Neujahrsgrüße
    JE

  6. lorenz von Gottberg sagt:

    Liebe Frau Fischer,
    Erst heute morgen stolperte ich einmal wieder direkt in Ihre Welt, um einen Gedanken an Ihren Theo loszuwerden. Und jetzt das. Ich bin betrübt, weiß ich doch, dass er da ist und uns alle mit seinen Büchern real, Hier und Jetzt weiter begleitet.
    Das ist kein Trost für Sie. Aber vielleicht ein wenig Freude darüber, dass mit Ihnen viele Leser wissen, dass das Leben mit dem Tod nicht endet.
    In herzlicher Verbundenheit und mit allen gute Wünschen für Sie und Ihre Zukunft.

    Herzlich!

    Lorenz von Gottberg aus Hamburg

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