Ein paar Bemerkungen zur „Beziehungs-Würstchenbude“

Wenn irgendwo in einer Liebesbeziehung der Ofen auszugehen beginnt, wird das oft viel zu spät bemerkt. Man hört einander im Laufe der Zeit selten so genau zu wie in den Tagen der frühen Begegnungen. In meinen Ferienkursen stelle ich den Teilnehmern oft eine Aufgabe, die an Fremden auszuprobieren ist, aber im Grunde der Qualitätsverbesserung – oder notfalls Entlarvung von kränkelnden oder einschlafenden Beziehungen dienen kann. Doch lesen Sie selbst:

Spiegelungen anderer Menschen zulassen
In unserem Gehirn sind so genannte Spiegelneuronen eingelagert, das sind Fähigkeiten, von deren mächtiger Wirksamkeit und ihrem Nutzen für unser Leben wir nur wenig Ahnung haben. So ist es zum Beispiel möglich, dass wir aus dem Ansatz der Körperbewegung eines Menschen, mit dem wir im Gespräch sind, bereits die vollständige Aktion vorhersagen können. Da bewegt jemand den Arm nur um einen halben Zentimeter nach oben und wir wissen intuitiv, dass er als nächstes die Hand öffnen wird, die Handfläche nach oben kehren und zu dieser begleitenden Pantomime etwas Bestimmtes aussprechen wird. Aus einem Zipfel seiner psychischen Landkarte vermögen wir die ganze Provinz zu überblicken. Wir ahnen manches von dem, was unsere Mitmenschen uns oft ohne Worte ungewollt mitteilen, einzig in der Sprache ihrer Körperhaltung, eines Blickes oder ihrer Mimik ausgedrückt.

In dieser Übung möchte ich Sie ermutigen, Ihre Aufmerksamkeit intensiver und vor allem bewusster für die feinen und feinsten Regungen Ihrer Mitmenschen zu öffnen. Lassen Sie die Spiegelneuronen Ihres Gehirns in Aktion treten. Dies geschieht, ohne dass Sie es beschließen müssten, einfach, indem Sie grundsätzlich größeres Interesse für die Menschen aufbringen, als Sie es gewohnt sind. In der nonverbalen, sensiblen Beobachtung des Anderen erschließen sich Ihnen wie von Zauberhand berührt die innersten Regungen, Befindnisse und Absichten Ihres Gegenübers. Entscheidend für das Gelingen ist ein wichtiger Faktor, der zugleich Bestandteil dieser Aufgabe ist: Sie dürfen sich über die Menschen, denen Sie begegnen, seien sie bekannt oder unbekannt, nicht Ihre eigene vorurteilsbefrachtete Meinung bilden. Ihr still gewordener Sinn lässt die Begegnungen ohne Werturteil, ohne Kommentar auf sich einwirken. Auf diese Weise erfahren Sie mehr über Ihre Mitmenschen, als jene Ihnen mit vielen Worten berichten könnten. Und Sie spüren die Wahrheit über den emotionalen Zustand der Leute, mögen es Ihre Liebsten oder wildfremde Menschen sein.

Es geht in der Übung also darum, dass Sie das Intuitionspotenzial Ihrer Spiegelneuronen durch Sensibilität und Aufmerksamkeit zum Einsatz bringen. Und zwar ohne Ehrgeiz, ohne das Verlangen nach Resultaten, einzig um der Freude am Erkenntnisprozess willen. Damit erschließt sich Ihnen die Verbindung zum Potenzial der Menschheit und diese erzeugt Einsichten, die künftig auch allem Ihrem Planen und Handeln positiv zugute kommen.

Ich habe neulich, als ich im Straßencafé unseres Marktplatzes saß, einige vorübergehende jüngere Paare beobachtet und etwas Bestürzendes festgestellt: Ich versuchte mich via Spiegelneuronen in die Leute, von denen ich einige persönlich kenne, hineinzufühlen, und bei dem Versuch bin ich emotional seitens der beteiligten Männer einer ungeheuren Gleichgültigkeit gegenüber den Frauen begegnet. Die Burschen schlenderten halb daneben, halb dahinter oder davor durch die Gegend, als ob es da keine andere menschliche Begleitung gäbe. Da war auch via Neuronen kein Hauch von Interesse am anderen oder von Freude oder gar Vergnügen an der Begleiterin zu spüren.
Gut, die italienischen Männer mögen teilweise so gestrickt sein – aber ich erwähne es mit Blick auf Ihre eigenen Beziehungen. Wenn sich da die emotionale Eiszeit erst einmal eingeschlichen hat, ist sie kaum noch wahrnehmbar. Da bleibt mehr das dumpfe Gefühl übrig, dass hier etwas nicht stimmt.
Gibt es hier etwas zu tun? Ich gebe natürlich hier nicht allein den Männern die Schuld, auch frustrierte Frauen neigen, meist zu Recht, zu Gleichgültigkeit und Wegschauen.

Ob eine Beziehung zu retten ist oder man sie besser beenden sollte, ist eine Frage ihrer Reparabilität und wie groß das Interesse b e i d e r Partner ist, sie zu retten und neu zu beleben. Grundverkehrt wäre es, und das möchte ich hier betonen, wenn Ihre Spiegelneuronen Ihnen nur noch signalisieren, dass Sie sich mit einem, einer für Sie emotional Toten abgeben. Dann ist Aufgeben angesagt, das Aufgeben aller Illusion oder Hoffnung. Dieser Schritt wird oftmals sehr, sehr zögerlich getan, weil insgeheim, wider besseres Wissen oder bessere Ahnung die Hoffnung zuletzt zu sterben bereit ist. Aber denken Sie daran: Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne.

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15 Antworten zu Ein paar Bemerkungen zur „Beziehungs-Würstchenbude“

  1. Chris sagt:

    Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

  2. gitti sagt:

    Den Begriff Spiegelneuronen kenne ich erst seit kurzem,als Kind wußte ich genau Bescheid über den emotionalen Zustand meiner Umgebung. Jetzt Jahre später habe ich dieses uns angeborene „Wissen“ sozusagen wieder aktiviert. Allerdings wird das Leben dadurch nicht leichter aber interressanter und aufrichtiger. Ehrlich gesagt am schwersten fällt mir,die Menschen mit ihrer nicht gelebten Wahrheit zu konfrontieren.

  3. Katharina sagt:

    Spiegelneuronen – manchmal feuern sie ganz schön durcheinander. Sie sind hilfreich, wenn man klaren Geistes ist. Schnell schieben sich da auch die Wolken alltäglicher Frustration davor und der Anfang für Projektionen und Übertragungen ist gemacht. In der Hoffnung auf Klärung des Geistes freue ich mich innig auf die Ferien bei TF.

    • Taononymus sagt:

      Hallo Katharina,
      wie recht Du hast… und obendrein gibt es neben weniger „schönen“ Erlebnissen wie Alltagsfrust jede Menge nur allzu „schöne“, die die armen Spiegelneuronen noch viel mehr ins Trudeln bringen.
      Nicht umsonst heißt es ja, dass Liebe blind macht. Aber auch demjenigen, bei dem dieses Thema gerade nicht dran ist, bieten sich unzählige weitere, ebenfalls sehr „schöne“ Varianten, seinen Spiegelneuronen das Licht auszuknipsen.
      Sehr gerne genommen wird beispielsweise auch die Bewunderung anderer als „Meister“, „Lehrer“ oder gar „Führer“.
      Beim Blick auf die so bewunderte Person haben die Spiegelneuronen ebenfalls keine Chance mehr, halbwegs geordnet ihre Arbeit zu machen. Stattdessen erlebt der Bewunderer eine zwar angenehme und „schöne“, aber letztlich doch illusionäre, selbst erzeugte Projektion.

      Viele Grüße,
      Taononymus

      • gitti sagt:

        In den Momenten wo alles klar ist und frei von Vorurteilen und Projektionen funktionieren die Spiegelneuronen einwandfrei.Also es gibt ihn diesen Zustand der Klarheit und inneren Wahrheit und das macht mich glücklich. Wenn er auch immer wieder verschwindet kann man jederzeit zurück und ich empfinde es als eine Art des Nachhausekommens und ein Glücklichsein das von nichts abhängt.

      • Theo Fischer sagt:

        Hallo Taononymus,
        gestern ist Katharina hier auf La Costa zum Ferienmachen eingetroffen. Ich habe ihr heute den Kommentar ausgedruckt und in die Hand gedrückt. Sie lässt grüßen.
        TF

  4. Erna sagt:

    Ich finde diese „Anleitung“/Einladung zu diesem Versuch enorm schwierig. Ich bin aufgewachsen in alkoholkranker Familie. Ich habe IMMER versucht, aus den noch so kleinen Zeichen/Re-Aktionen etwas herauszulesen, was mir hilft, durch den Tag zu kommen. Hat ein Elternteil getrunken? Das ist zumeist auch erkennbar an solchen „kleinen“ Dingen wie Bewegungen, aus denen unter Alkoholkonsum etwas anderes folgt (wo die Bewegungen etwas anders sind, das gebe ich sofort zu!) als wenn das Elternteil (noch) keinen Alkohol getrunken hat.

    Ich bin als Erwachsene (immer noch) außerstande, mein Verhalten immer vorurteilslos an dem auszurichten, was ICH will. Ist meine Meinung damit vorurteilsbefrachtet?

    Ich lebe aktuell in einer Beziehung, in der ich das oben beschriebene Verhalten mal mehr und mal weniger bewusst fortsetze. Mir ist inzwischen immerhin klar, dass es sich hierbei um den Versuch handelt, etwas Unkontrollierbares (einen anderen Menschen) zu kontrollieren.

    Der beschriebene „Selbstversuch“ kommt mir vor wie eine bewusste (!) Wiederholung eines Verhaltens, was ich immer wieder NICHT will. Ich verurteile mein (!) diesbezügliches Verhalten und kann damit keine vorurteilsfreie Beobachterinnenposition einnehmen.

    • Katharina sagt:

      Liebe Erna,
      mit Unberechenbarkeit groß zu werden ist kein leichtes Unterfangen. Man irrt regelrecht umher, sucht irgendwo/bei etwas/bei jemandem Halt. Jahrelang lernt man, so durchs Leben zu gehen, vielmehr zu kommen.

      Ein Teil von Dir verurteilt nun dieses Verhalten. Warum? Dieser Teil von Dir möchte sich vielleicht emanzipieren von der Angst, die Dein Begleiter (gewesen) ist?

      Brauchst du diesen Begleiter noch? Wenn ja, wozu? Wenn nicht: only go straight, Ruhe findest Du in DIR. Dein Zentrum ist frei von Angst.

      Ein (angst)freies Zentrum kümmert sich wenig um die Unberechenbarkeit äußerer Bedingungen.

    • Theo Fischer sagt:

      Hallo Erna,
      wenn in mir wie unter Islands Erdoberfläche kleine, mittlere und große Vulkane brodeln, ständig im Begriff, auszubrechen – dann stellt sich die Frage nach der nur bedingten Beziehungsfähigkeit erst gar nicht, weil dann mir die Stunde der Einsicht schlägt. Es mag Lösungen wie drei Jahre Couch des Analytikers, Pillen aus neuester Forschung geben, aber aus meiner Sicht gibt es noch eine andere Antwort auf so ein Problem. Diese Antwort leidet an einer Schwäche: sie ist für das kompliziert arbeitende Gehirn des modernen Menschen zu einfach. So etwas kann und darf doch nicht funktionieren. Aber dennoch ist es so. Unser Gehirn verfügt über ein eigenes Immunsystem, das nicht nur Wunden vom Möhrenschneiden heilt – es ist imstande, auch die Psyche zu kurieren. Wer strickt denn das Gewebe unserer Persönlichkeit? Aus dem gesammelten Stoff aller Lebenseindrücke? Das ist doch diese Gallertmasse droben unter unserer Schädeldecke, die das vollbringt.
      Und dieses Ihr Gehirn beginnt einen Zustand zu heilen, wenn sein Besitzer, nämlich Sie, die eigene Reparaturbedürftigkeit in vollem Umfang erkennt, sie sich eingesteht und zugleich weiß, dass aller Verstand und guter Wille nicht imstande sind, den Schaden zu beheben. Sie erkennen, hier muss dringend etwas geschehen, aber Sie gestehen sich zugleich Ihre Ohnmacht ein. Dann, und das ist es, was uns die Magie des Tao, des Nichthandelns lehrt, setzt in Ihrem Gemüt ein Prozess ein, der still und leise die Schäden kuriert. Sie merken erst gar nichts davon. Doch nachdem, sagen wir, einige Wochen nach Ihrer Aufgabe verstrichen sind, fällt es Ihnen vielleicht eines Tages auf: Es hat sich drinnen in Ihnen fundamental etwas verändert. Sie sind durchlässig geworden, was Ihnen begegnet, sind Sie, und Sie sind es auch wieder nicht. Es tut nicht mehr weh, wenn die Dinge in Bewegung sind.
      Werden Sie es versuchen? TF

  5. gitti sagt:

    Ich weiß,dass das stimmt und habe es selber erfahren, die Psyche kann sich selber kurieren. Seelisch gesund ist fast niemand und jeder hat ein Erziehungsschicksal hinter sich….Es gibt nur kein Rezept, und das ist anfänglich so schwer. Die Heilung liegt in der Erkenntnis des UNNÖTIGEN und das ist bei jedem etwas anderes.Nach dem Erkennen,was auch schmerzlich sein kann läuft das Ganze wie bei einer Entrümpelung ab, weg mit den Altlasten. Es stellt sich dann eine herrliche Leichtigkeit ein. Dies einmal erlebt, gibt viel Kraft.
    liebe grüße gitti

  6. Taononymus sagt:

    Hallo Erna,

    der von TF angeregte „Selbstversuch“ zur Betrachtung Anderer mit absichts- und motivlosem Interesse und der von Ihnen so treffend beschriebene Zwang zur ständigen, alarmbereiten Überwachung des Verhaltens nahestehender Menschen unterscheiden sich glaube ich in einem wesentlichen Punkt.

    Im ersten Fall hat der Betrachter keinerlei Erwartung, Hoffnung oder Befürchtung bezüglich des Verhaltens des/der gerade betrachteten Anderen. Der Moment des Hinsehens ist völlig offen. Alles kann geschehen, der betrachtete Mensch kann sein, tun und lassen was ER/SIE will, Alkoholkonsum und Alkoholsucht inklusive.
    Der Betrachter aber nimmt das alles zunächst nur so wahr, als würde er dem/der Anderen gerade zum ersten Mal begegnen. Mag sein, dass das Wahrgenommene Sekundenbruchteile später zu einer spontanen Handlung anregt, aber im kurzen Moment des Hinsehens herrscht im Betrachter emotionale Windstille.

    Und hier liegt der große Unterschied zu den Situationen, die Sie als Ihre Lebenserfahrung beschrieben haben. Hier waren Sie, die so genannte „Betrachterin“, ja schon lange bevor der/die Andere überhaupt im Blickfeld auftauchte, emotional aufgeladen mit Befürchtungen („Hat er/sie etwa wieder getrunken?“), Hoffnungen („Er/Sie hat nun schon eine Woche nichts getrunken, vielleicht…“), Ängsten und Scham.
    Emotionale Windstille, absichtsloses, offenes Hinschauen war in so einer Situation ja gar nicht möglich. Der Blick, der sich auf den/die Andere(n) richtete, war getrieben vom verzweifelten Versuch, in der chaotischen, bedrohlichen, unkontrollierbaren Situation überleben zu müssen, die von eben diesem/dieser Anderen, von der/dem Sie abhängig waren, verursacht wurde.

    Es ist glaube ich nur natürlich, wenn sich dieses alarmbereite Überwachungsverhalten sehr tief verwurzelt hat und bei den Menschen, die Ihnen jetzt im Erwachsenenleben wichtig geworden sind, immer wieder anspringen will.
    Aber auf keinen Fall aber würde ich das leichtfertig mit dem in einen Topf werfen, was man landläufig als „Vorurteile“ bezeichnet. Ein Vorurteil wird in der Regel ja gerade nicht durch eigene schmerzvolle Erfahrungen gebildet. Es ist meist nur eine durch tendenziöse Einstellungen wichtiger Bezugspersonen vermittelte und als „Erfahrung“ verkaufte Lüge. Und DAS wird Ihrer Geschichte glaube ich in keiner Weise gerecht.

    Aber schon dort, wo es wirklich nur ums gelegentliche Beiseitelassen von Vorurteilen geht, tun sich die allermeisten Menschen schwer mit dem hier von TF angeregten absichtslosen, interessierten Betrachten Anderer.
    Und das auch ohne solche Erfahrungen im Hintergrund zu haben, wie Sie sie durchmachen mussten.

    Daher können Sie sich glaube ich mit gutem Grund alle Zeit und Muße der Welt zusprechen, wenn Sie versuchen, den grundlegenden Unterschied zwischen den beiden oben beschriebenen Wahrnehmungsweisen auszuloten.
    Und vielleicht gehört zu dieser Muße auch, es anfangs nicht gleich mit den generell für alle „schwierigsten“ Fällen zu versuchen, nämlich mit den Menschen, die einem besonders nahe stehen.

    Wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren und sende Grüße,
    Taononymus

  7. Erna sagt:

    Hallo,
    danke für Ihre/Eure vielen Gedanken+Ermutigungen. Werde darüber nachsinnen (besser als nach-denken, oder?) und sehen(?), was ich (?) daraus mache(n lassen) kann.
    Gruß Erna

  8. Machtnix sagt:

    Ich möchte hier noch was zu den „Spiegelneuronen“ sagen, obwohl sie nur am Rande vorkommen. Es ist ein ziemlich irreführender Begriff und zeigt eigentlich, wie wenig die Wissenschaft verstanden hat von dem, was sie da entdeckt hat. Es sind keine Wunderzellen mit speziellen Eigenschaften, die auf zauberhafte Weise für Mitgefühl und Verständnis sorgen. Es sind ganz normale Neuronen, die sich in nichts von anderen Neuronen unterscheiden. Für die Phänomene gibt es eine ganz einfache Erklärung: Es gibt gemeinsame Bereiche und Strukturen im Hirn für Sensorik und Motorik, für Eigenes und Fremdes. Es gibt im Gehirn keine strikte Trennung von eigenen Handlungen und Handlungen anderer. Die Trennung ist nur in der Erwartung der Wissenschaftler und spiegelt sich wieder im Begriff der „Spiegelneuronen“. Die Neuronen brauchen nichts zu spiegeln, sie sind mit sich identisch, während sie an unterschiedlichen Aufgaben beteiligt sind.

    Unser Selbstbild ist zum größten Teil identisch mit unserem allgemeinen Menschenbild. Indem wir uns selbst kennenlernen, lernen wir die Menschen kennen und umgekehrt. Unsere Beziehung zu uns selbst ist der Schlüssel zu unseren Beziehungen zu anderen und damit zur Welt.

    • Taononymus sagt:

      Hallo Machtnix,

      Deinen ergänzenden Beitrag zu den so genannten „Spiegelneuronen“ finde ich sehr erhellend, insbesondere:
      “ Es gibt gemeinsame Bereiche und Strukturen im Hirn für Sensorik und Motorik, für Eigenes und Fremdes. Es gibt im Gehirn keine strikte Trennung von eigenen Handlungen und Handlungen anderer“
      und:
      „Die Neuronen brauchen nichts zu spiegeln, sie sind mit sich identisch, während sie an unterschiedlichen Aufgaben beteiligt sind.“

      Kann eigentlich nur heißen: die Trennung zwischen „Umwelt“ und „Ich“ ist kein grundlegendes, zwingend aus Bau- und Funktionsweise des Gehirns folgendes Ergebnis, sondern nur eine spezielle aus der großen Zahl von Vorstellungen die unser Gehirn zu produzieren im Stande ist.

      Unser Pech, daß wir in einer Kultur aufwachsen, die nun grad‘ in diese eine Vorstellung so „verliebt“ ist, daß sie die Menschen zwingt, alle anderen Vorstellungen möglichst lebenslang zu unterdrücken.
      Wissenschaftler, die unter diesen Voraussetzungen antreten, mit ihrem Gehirn „das Gehirn“ zu erforschen, sind da ja nicht gerade mit den besten „Arbeitsbedingungen“ gesegnet, im Gegenteil, eigentlich ziemlich dumm dran.

      Das Gehirn an sich jedenfalls böte eine breite Basis für Alternative Denkweisen und Vorstellungen. Wenn wir Ihre Nutzung nicht zulassen, macht uns das am Ende wohl zu so etwas wie Behinderten mit selbst herbeigeführter Behinderung.

      Viele Grüße und Danke für Deinen Beitrag,
      Taononymus

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