Reife – der Schlüssel zum Glück

Ich habe mit Engeln und Teufeln gerungen,
genährt von der Flamme, geleitet vom Licht,
und selbst das Unmögliche ist mir gelungen,
aber das Mögliche schaffe ich nicht.
Mascha Kaléko

Wie Sie wahrscheinlich bemerkt haben, ist es uns gelungen, einige meiner Bücher im Selbstverlag zu publizieren – übrigens mit überraschend gutem Erfolg. Mit dem Hintergedanken, auch den seit Jahren nicht mehr aufgelegten Titel „Reife der Schlüssel zum Glück“ auf diesen Weg zu bringen, habe ich mir die Inhalte noch einmal vorgenommen, um sie vorher soweit nötig zu überarbeiten. Und musste mit zunehmender Bestürzung lesen, was ich einst geschrieben habe. Da stand kaum etwas geschrieben, zu dem ich heute noch stehen würde. Gut, die Theorie der Hirnforschung, dass der Mensch nur Bruchteile seines Gehirnvolumens einsetzt und die Unterteilung in eine kreative und eine sonstige Hirnhälfte könnte man heute noch stehen lassen. Aber was ich damals an Übungen vorgestellt habe, um – wie Mascha Kaleko oben vermerkt – das Mögliche möglich zu machen, kann angesichts der menschlichen Mentalität nicht funktionieren.
Und wenn Sie mich heute, in dieser Minute fragen, was es denn an Mitteln gibt, unsere Gehirne zu tunen und auf mehr Leistung zu trimmen, dann muss ich gestehen, dass ich kein aktives Mittel kenne, dessen Wirkung über das einer gewöhnlichen Gehirnwäsche hinausgeht. Und wenn Sie mit der Frage nachsetzen, ja wozu ich dann alle diese Texte von mir gebe, die offenbar ohne Sinn und Nutzen sind – dann darf ich widersprechen: diese Texte haben Sinn und Nutzen. Nur mit völlig anderen Vorzeichen. Einst habe ich Aktivität, gewissermaßen Training gefordert – heute schlage ich Ihnen Stille, stillhalten und beobachten vor. Mit dem Gewahrsein der Bewegungen Ihres eigenen Gehirns beginnt dann nämlich ein selbstheilender Prozess zu wirken, mit dem Ihr Gehirn selbst und von sich aus außerordentlich aktiv und intelligent wird. Und falls Sie wissen wollen, warum dieses scheinbar so einfache, unscheinbare Rezept überhaupt funktionieren kann – hier ist die Antwort: Dieses Gehirn droben in Ihrem Schädel ist das Gehirn der Menschheit mit einem Potenzial, das sich in Jahrmillionen entwickelt hat. Und es ist das Instrument, mit dem der Grund der Dinge sich selber erlebt. In dem Maße, in dem Sie aufhören mit den symbolischen Engeln und Teufeln Ihrer Konditionierung und Ihrer Überzeugungen zu ringen – in diesem Maß wird Ihr Gehirn freier, intelligenter und mit einem größeren Volumen als bisher Ihr Leben organisieren.

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3 Antworten zu Reife – der Schlüssel zum Glück

  1. Taononymus sagt:

    „ …aber das Mögliche schaffe ich nicht.“

    Und das ist GUT so…. ich glaube, es ist gut, dass jedes ICH früher oder später an diese Grenze stossen muss. Aus Möglichem Wirklichkeit schaffen und ICH, das geht nicht in Eins. Denn es gibt kein ICH, das weit genug dafür wäre.

    Lieber Herr Fischer, ich musste schmunzeln als ich diesen Satz von Ihnen las:
    „… Und musste mit zunehmender Bestürzung lesen, was ich einst geschrieben habe. Da stand kaum etwas geschrieben, zu dem ich heute noch stehen würde. …“
    Ich denke, wenn Sie heute noch das Gleiche schreiben wollten wie damals, wenn Sie heute noch alles richtig und befriedigend finden würden, was sie damals geschrieben haben, dann hieße das ganz einfach, dass Sie Ihre eigene Reifung seit damals blockiert hätten.
    Sie sind eben nicht mehr derselbe Mensch wie damals, daher bin ich am neugierigsten auf das, was sie HEUTE schreiben.
    Und ja, diese Seite der Reifung, des Wandels und des Wachstums, die kann keinem ICH wirklich schmecken… muss es doch erkennen, dass es letztlich dem Leben geopfert wird.

    Liebe Grüße ins Piemont,
    Taononymus

    • gitti sagt:

      In dieser Stille, die Sie uns vorschlagen Herr Fischer, herrscht auch Aktivität, nur eben von ganz anderer Qualität.Man lebt in einer offenen Bereitschaft – immer mit dem Moment verbunden. Das Mögliche , wie Mascha Kaleko es meint, kann man nach den üblichen Methoden (Ärmel aufkrempeln und Handeln) nicht erreichen.
      Liebe Grüße Gitti

  2. Chris sagt:

    der Inhalt des Buches hat mich noch nie angesprochen und ich wunderte mich schon damals, dass Sie es waren, der es schrieb.
    Würden Sie mir die alte Version gegen die Neue umtauschen?

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