Schrödingers Katze

Der Physiker Erwin Schrödinger schockierte 1935 seine Kollegen mit einem Gedankenexperiment, das die Problematik demonstrieren sollte, Quantenphänomene genau zu messen. Dass es im Wesentlichen auf den Beobachter und seine Fragestellung ankomme, wie die Antwort lauten werde. Bei Google ist u.a. darüber zu lesen: Bei diesem Gedankenexperiment wird eine Katze in eine undurchsichtige Kiste gesteckt, zusammen mit einer Apparatur, die, gesteuert durch radioaktiven Zerfall, die Katze innerhalb von einer Stunde mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% tötet. Die Frage ist nun, in welchem Zustand sich die Katze nach einer gewissen Zeit befindet, wenn man nicht in die Kiste hineinschaut – analog zur Frage nach dem quantenmechanischen Zustand eines Systems, solange man keine Messung an ihm vornimmt. Als Antwort auf diese Frage wird gegeben, dass die Katze sowohl gleichzeitig lebendig als auch tot ist. Erst wenn man die Kiste öffnet, manifestiert sich der Zustand in einer 100% lebendigen oder 100% toten Katze.
( Hendrik van Hees, Physik und das Drumherum, 27. 5.1998)

Aber was hat diese Katze mit dem Taoismus zu tun? Eine ganze Menge. Unter den alten Lehren dieser Welt ist der Taoismus die einzige, die ohne jeden Widerspruch mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft harmoniert. Frithjof Capra hat sogar unter dem Titel DAS TAO DER PHYSIK einen dicken Wälzer darüber geschrieben. Die Idee von der lebenden, toten und sowohl lebenden wie toten Katze könnte von Chuang tzu stammen – und vielleicht hat Schrödinger sich sogar aus dieser Quelle für sein Gedankenexperiment bedient. Bei Chuang tzus Statement spielt freilich an Stelle der Katze ein Pferd die Hauptrolle: „Ein Pferd ist ein Pferd. Ein Pferd ist kein Pferd. Ein Pferd ist zugleich ein Pferd und kein Pferd.“ Ein wahrhaft quantenphysischer Satz. Der unorthodoxe Taoist drückte vor zwei Jahrtausenden eine Erkenntnis aus, die erst 1935 wieder ein Mensch zu formulieren wagte. Chuang tzu wusste nichts von Heisenbergs Unschärfenrelation, und im alten China gab es keinen extrem teuren Teilchenbeschleuniger, um etwas herauszufinden, das er intuitiv begriffen hatte.

Was die Forscher der 20er und dreißiger Jahre so aus der Bahn warf, war die Feststellung, dass erst die Teilnahme des Beobachters Veränderungen auf der subatomaren Ebene auslöste und der Zustand der Forschungsphänomene vor der menschlichen Einmischung offenbar einen Sowohl-als-auch-Status vermuten ließen, ähnlich der Katze von Schrödinger. Die Erkenntnis, dass der Mensch selbst es ist, der die Vorgänge seines Lebens und damit seiner Welt auslöst, ist wegen ihrer Ungeheuerlichkeit nicht bis zu den Gehirnen der Forscher durchgedrungen. Etwas, das ein Laotse und Chuang tzu beinahe mühelos begriffen haben, wird bis zum heutigen Tag schlichtweg ignoriert, weil Denken und Verstand nicht damit fertig werden. Chuang tzu hatte keine Schwierigkeit mit einem sozusagen offenen, unentschiedenen Seinszustand, der erst durch die Mitwirkung des Beobachters aus der Andeutung eines Pferdes oder Nicht-Pferdes einen richtigen, lebendigen Gaul machte – oder wenn das suchende menschliche Auge nach einer Gämse Ausschau hielt, einen Gamsbock vor den Sinnen erscheinen ließ. Dabei fällt die Forschung Jahrzehnt für Jahrzehnt immer wieder auf den gleichen Trick herein: da postuliert eine überaus angesehene Koryphäe seiner Branche, dass es noch mal ein kleineres Teilchen geben müsse. Aber um es nachzuweisen, brauche man natürlich einen viel viel größeren Teilchenbeschleuniger. Gut, endlich werden die Gelder bewilligt, das Ding wird gebaut – und siehe da, das hypothetische Teilchen zeigt sich den forschenden Beschauer. Dass einzig die Teilnahme des Beobachters schließlich das Teilchen hervorbrachte, wird keine Sekunde lang angenommen. Dieses Spiel lässt sich bei entsprechenden Hypothesen ins Unendliche fortsetzen.

Lernen wir – Sie und ich – etwas daraus? Sagt uns die Wahrheit, die in den Dingen selbst liegt, etwas Entsprechendes? Dass allein durch unser Gewahrsein ein Pferd zum Pferd oder Nichtpferd wird. Dass wir die Erzeuger unserer Welt sind, so vermessen das dem Gläubigen erscheinen mag? Der Gläubige mag einwenden, dass wir uns damit Gott gleich stellen würden – und übersieht, dass Gott oder das Tao dem Individuum die Arbeit des Erschaffens seiner Welt in seinem Konzept kurzerhand überlässt samt der Verantwortung für sein Wohlergehen. Die Zukunft ist als eine Unzahl an Tendenzen von Ereignissen in der Gegenwart eingefaltet – man könnte es mit einem riesigen Berg an Spielkarten vergleichen, auf denen steht, was stattfinden oder nicht stattfinden soll. Und unsere Teilnahme, unsere Beobachtung wirkt dabei mit, welche Karte nach oben und ins Bewusstsein trudelt, um Realität zu werden. Ohne unsere geistige Mitwirkung würde da nämlich gar nichts geschehen. Die Katze von Schrödinger bliebe für alle Zeiten sowohl lebendig wie auch tot.

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33 Responses to Schrödingers Katze

  1. Taononymus sagt:

    Hallo Ihr,

    Immer wieder staune ich über die Verführungskraft, die es ganz offensichtlich hat, naturwissenschaftliche Aussagen aus dem naturwissenschaftlichen Kontext herauszureißen, sie ohne Rücksicht auf Zusammenhänge in alle möglichen anderen Bereiche wie Philosophie, Religion, Gesellschaft, Psychologie etc. zu übertragen und dann zu meinen, man käme in diesen nicht naturwissenschaftlichen Bereichen wirklich weiter damit.
    Neben der Physik trifft es hier ja oft auch die Biologie, sehr beliebt sind hier beispielsweise blindwütige Übertragungen von Thesen aus der Evolutionstheorie auf menschliches Sozialverhalten, Psychologie und gesellschaftliche Phänomene.

    Ganz offensichtlich werden die auf diesen Gebieten bis heute nach wie vor offenen Fragen von den Menschen als so drängend und wichtig empfunden, dass sie, Naturwissenschaftler eingeschlossen, reihenweise dem Charme dieser pseudowissenschaftlichen Wetterbauernlogik erliegen.
    Den „Wälzer“ von Herrn Capra, eine der von Ihnen oben angeführten „Koryphäen seiner Branche“, würde ich hier als eines der besten Beispiele für die Wirkungen dieser aus der Not geborenen Verführungskraft pseudonaturwissenschaftlicher Aussagen ansehen.

    Aber kann man gerade beim Thema Überwindung der Grenze zwischen Beobachter und Beobachtetem, das Sie, Herr Fischer, in Ihrem Blog-Artikel hier angeschnitten haben, gerade DAMIT wirklich weiterkommen?
    Für den menschlichen Geist führen sicher mehrere verschiedene Wege zu dem Ziel einer Erkenntnis in diesem Bereich. Aber der Weg der Naturwissenschaft, deren ganze Methodik und Struktur geradezu aus der Trennung zwischen Subjekt (Wissenschaftler, der experimentiert, d.h. beobachtet) und Objekt (Forschungsgegenstand, an dem ein Experiment durchgeführt, d.h. das beobachtet wird) besteht, muss eigentlich notgedrungen einer der aller steinigsten überhaupt sein. Und die Naturwissenschaft hat ja auch nicht gerade danach gesucht, im Gegenteil. Sie fiel beim Experimentieren dummerweise darüber, konnte hinterher leider nicht mehr die Augen davor verschließen und ist bis heute nicht wirklich damit fertig.

    Warum sich also wundern, dass es auf naturwissenschaftlichem Weg fast 2500 Jahre länger gedauert hat, ein kleines Körnchen DIESER Wahrheit zu finden als auf den Wegen, die ein Chuang Tsu beschritten hat?
    Warum sich außerdem wundern, dass die Naturwissenschaft gerade DIESES Körnchen Wahrheit bis heute nicht wirklich verdaut und aufgenommen sondern eher nur zurechtgebogen und als Fremdkörper namens „Heisenbergsche Unschärferelation“ für die Nutzung in ihren Strukturen zurechtgebogen hat?

    Was ich statt dessen viel verwunderlicher finde: kaum hat dieses Körnchen Wahrheit nach ein paar Jährchen Aufenthalt im naturwissenschaftlichen Bereich eine naturwissenschaftliche Übermalung erhalten, da soll es nun in DIESER verunstalteten Form plötzlich zur Übertragung auf Religion, Philosophie, Psychologie und sogar taoistische Lebensweisheit besonders gut taugen?
    Das einzige was hierzu eventuell verleiten könnte, ist der Umstand, dass wir heute in einer „wissenschaftsgläubigen“ Gesellschaft leben, in der die Menschen sich von der pseudowissenschaftlich daherkommenden Wetterbauernlogik, die dies eigentlich darstellt, nur allzu gerne verführen lassen.
    Tut man es, begibt man sich damit dann aber auch auf das zu Recht umstrittene Niveau von Fritjof Capras „Wälzer“ und ich frage mich: muss das wirklich sein?
    Kann es jemand WIRKLICH helfen, sich an DIESER Art Pseudonaturwissenschaft zu orientieren? Noch dazu bei einer der Naturwissenschaft selbst dermaßen schwerverdaulichen Frage wie der Grenze zwischen Subjekt und Objekt, der Trennung zwischen Ich und Umwelt?

    Mir persönlich jedenfalls hilft es nicht, im Gegenteil. Daher fände ich es besser wenn auch Tiere wie Schrödingers Katze in dem Sack bleiben könnten, in den sie gehören… anstatt hier auf der Tao-Baustelle Unfälle zu verursachen 😉

    Viele Grüße,
    Taononymus

    • Taononymus sagt:

      p.s.: die Tao-Baustelle kann mit heute ja auf einjähriges Bestehen zurückblicken… Glückwunsch dazu 🙂

    • gitti sagt:

      Erst beim wiederholten Lesen, tat sich sozusagen ein Licht auf.
      Ich denke, wenn man diese ungeheure Erkenntnis nicht in diesem „offenen Seinszustand“ ( wie Herr Fischer so schön beschreibt) wahrnimmt, ist dies tatsächlich eine Überforderung für Denken und Verstand.
      Man muß innerlich berührt werden von der Erkenntnis was wir mit der reinen Wahrnehmung bewirken.
      Liebe Grüße Gitti

    • Theo Fischer sagt:

      Hallo Taononymus,
      Schrödingers Katze habe ich genau aus dem Motiv angeführt, zu zeigen, wie kompliziert und obendrein unverständlich der Mix aus Wissenschaft und eigener Erkenntnis beschaffen ist. Im Individuum wohnt heute wie einst die Gabe des Durchblicks. Der freilich chronisch von Myriaden Überzeugungen verhindert wird. Die Forscher der 20er Jahre taten einen Blick ins Nichts, in dem die Dinge alle Möglichkeiten, sich zu organisieren, enthielten. Und reagierten naturgemäß so falsch wie die späteren Empfänger ihrer ratlosen Schlussfolgerungen. Das Tao und seine Lebenskunst ist so schwer zu verstehen, weil es für unsere zum komplizierten Denken erzogenen Gehirnwindungen zu einfach ist. Da braucht keiner den Hokuspokus einer Mixtur von Pseudowissenschaft und Metaphysik. Ich meine, dass in unserem Kopf den Spiegelneuronen ähnliche Zellverbände existieren, die seit der Urzeit, als jenes Tier an Land kroch, weil ihm Beine gewachsen waren, in dessen Hirn als Keim, als Andeutung bereits vorhanden waren. Ciao, Theo Fischer

  2. Matthias sagt:

    Guten Tag!
    Zunächst einmal: Glückwunsch und Dank der Taobaustelle! Ein wunderbarer Blog.

    Zum Thema:
    Ich bin nicht der Meinung, dass Schrödingers Katze irgendetwas mit Tao zu tun hat.
    Dazu sind die Denkweisen, auf denen beide beruhen, zu unterschiedlich. Als Schlagworte formuliert: Dualismus und Polarität.

    Ich verstehe die „Lösung“ des Gedankenexperiments als den verzweifelten Versuch, die grundlegenden Probleme der modernen Wissenschaft, die auf ihrer dualistischen Denkweise basieren, mit den Mitteln der Wahrscheinlichkeitstheorie in den Griff zu kriegen. Schrödinger hätte bei der Frage nach dem Zustand der Katze eigentlich mit einer Geste des ratlosen Schulterhebens zugeben müssen, dass dies für Außenstehende schlicht nicht entscheidbar ist. Nur die Katze kennt zum gegebenen Zeitpunkt ihren Zustand. Und ihr ist umgekehrt möglicherweise völlig egal, in welchem Zustand sich Herr Schrödinger befindet. Die Behauptung, die Katze sei gleichzeitig lebendig und tot, stützt sich ja nur auf die angenommene Wahrscheinlichkeit beider Zustände.

    Der Nicht-Wissenschaftler würde vielleicht sogar sagen: Wen interessiert’s?

    Schrödinger und seine Kollegen reagierten durchaus richtig, nämlich im Rahmen des wissenschaftlichen Regel- und Denksystems, das im Wesentlichen auf der zweiwertigen Logik des Aristoteles und folgerichtig – wie Taononymus schon anmerkte – auf der Trennung von Forscher und zu Erforschendem beruht.
    Wissenschaft ist eine Erkenntnisweise mit selbst gesetzten Einschränkungen. Wenn sie sich ernst nimmt, akzeptiert sie ihre selbst gesetzten Grenzen. Dann kann es aber kein „Tao der Physik“ geben, es sei denn sie definiert ihre Grundlagen um. Dann ist sie aber keine Wissenschaft im herkömmlichen Sinne mehr.

    Und alle nicht-dualistischen Erkenntnisweisen haben es nicht nötig, nach wissenschaftlicher Anerkennung zu gieren. Sie haben – wie Wissenschaft – ihre Berechtigung in sich.

    Wir sollten „Katze“ einfach sein lassen, wer oder was sie ist. Und uns an ihrer Gegenwart erfreuen.

    Herzliche Grüße,
    Matthias

    • gitti sagt:

      Wenn ich mir Herrn Hans Peter Dürr in seiner liebevollen Bescheidenheit anhöre, ist das wohl keine Pseudowissenschaft.
      Man kann auch über die Wissenschaft den Grund der Dinge erfahren.
      Liebe Grüße Gitti

  3. JE sagt:

    Also ich muss leider zugeben, ich kannte bislang weder Schrödinger noch Frithjof Capra 🙁 , so dass ich den Beitrag mit sehr viel Interesse gelesen habe (was es so alles gibt!?) und zugleich beruhigt war, dass es sich wirklich nur um ein Gedanken-Experiment handelte (so hoffe ich, wegen der Katze). 🙂

    Trotz meines Unverstandes (möglicherweise auch deshalb?) finde ich, dass der Beitrag doch auf sehr verständliche Weise vermittelt, was unsere Wahrnehmung und deren Bewertung taugt, und, dass alles, was wir und wie wir etwas individuell wahrnehmen dennoch unmittelbar und mittelbar mit dem Gesamten zusammenhängt und zusammenwirkt. Dass jedes noch so kleine „Teil“, jede noch so kleine Bewegung, Aktion oder Reaktion Spuren im Universum und in unserem Bewusst- und Unterbewusstsein hinterlässt und beeinflusst. Dass jede auch noch so geringe Wahrnehmung einer bestimmten Sache, einer bestimmten Person oder eines bestimmten Ereignisses unserem Leben und unserer Welt eine Richtung gibt und diese erst hierdurch beeinflusst.
    Und hierauf kam es doch an – oder habe ich etwas falsch wahrgenommen?

    Herzliche Grüße und Glückwünsche für die Tao-Baustelle mit weiterhin vielen interessanten Beiträgen und Kommentaren !
    JE

  4. Wortspiel_mit_Tao sagt:

    Habe Capra´s „Tao der Physik“ ebenfalls gelesen, nachdem ich durch ein frühes „Tao-Fischer“-Buch darauf aufmerksam gemacht worden bin: Boah, war das langweilig! Langweilig durch mich, den Leser. Gleichzeitig gefiel mir der Gedanke, dass die Physik anscheinend durch das Tao erklärt werden konnte, was letzterem folglich die Absolution erteilte.

    Bei Schrödingers Quantenkatze hatte ich aber damals schon überlegt, ob die Katze selbst im Verlauf des Gedankenexperiments ebenfalls der Auffassung gewesen wäre gleichzeitig tot und lebendig zu sein.

    Tatsächlich hatte ich Theo Fischer bereits nach einigen Seiten „Wu wei“ inhaltlich voll verstanden. Kannte das alles schon – hatte nur keinen Namen dafür. Aber als ich es in jungen Jahren bereits vollinhaltlich erfahren hatte, hatte ich mir irgendwann vorgenommen nie zu werden wie die da – die Erwachsenen. Heute kann ich vor diesem kleinen Jungen, der ich einst war, nur den Hut ziehen. Der war um einiges klüger als ich. Nicht allzuviel davon übriggeblieben, leider, auch wenn ich mich an mein Versprechen mir gegenüber noch sehr gut erinnern kann.

    Faszinierend fand ich, dass Theo Fischer für mein „Samstagsgefühl“, vielleicht sogar im selben Alter, denselben Namen gefunden hatte wie ich selbst. Das „Sonntagsgefühl“ ist damit überhaupt nicht zu vergleichen – und schon gar nicht das Gefühl beim intensiven Herumspielen an sich selbst, als dessen sehr junger „Erfinder“ ich mich einst wähnte, zu einer Zeit, als ich auch noch an den lieben Gott glaubte – der wiederum die Menschen in Gute und Böse aufteilte & entsprechend eintupperte!

    Hatte mich als Junge auch mit gleichaltrigen Freunden über dieses intensiv-beglückende „Samstagsgefühl“ unterhalten – einige hatten das ganz ähnlich empfunden. Von der Charakteristik her „väterlich, meditativ, baumarktlich, quellwasserig-sprudelnd, aufgeräumt, neu“.

    In Theo-Fischer-Büchern ist oft die Rede von einer Wende zum Guten (nicht im moralischen, sondern im Sinne vom Lösen eines Knotens), wenn man sich den Mächten des .. nennen wir es „Tao“ .. rückhaltlos anvertraute und dann beim entsprechenden kräftigen Impuls tätig würde.

    Nun, mit fortschreitendem Alter, muss ich leider sagen, dass, wenn mein altes Haus abbrennt, dies leider nicht geschieht, damit ich nachher ein neues, größeres Haus bekomme – sondern dass ich anschließend schlicht obdachlos bin – und für lange Zeit bleibe.

    Wenn ich Menschen, die mich quälen & drangsalieren, gehörig die Meinung sage, werden die Negativ-Sanktionen gegen mich massiv erhöht, die mich wiederum in meinem weiteren Handeln & Denken lähmen. Das ist alles. – Ein gefährlicher Rat, den ich da befolgt hatte.

    Tatsächlich leide ich sehr stark unter diesem bei Theo Fischer niemals erwähnten, in gewisser Weise „das Anti-Tao“-Phänomen, bei welchem der vermeintliche Dämon aus der Maschine mir immer wieder mit seinem warzigen Hintern mitten ins Gesicht springt. Wo der Weg frei war, werden mir Steine hingelegt, Stöcke zwischen die Beine geworfen – gehe ich einen anderen Weg, geht dasselbe Spiel von vorne los. Gebe ich auf, mache ich gar nichts, wird es schlimmer.

    Ein in der Branche als besonders übel verschriener Mensch, eben noch Lichtjahre entfernt, wird nach mir eingestellt und mein direkter Vorgesetzter, will mich (später auch andere) loswerden und verpasst mir ohne Zeugen ein mündliches Hausverbot, gefolgt von einer Abmahnung wegen Nicht-Erscheinens. – Gerade als es richtig gut für mich lief und ich einen Job hatte, der gleichzeitig mein Hobby hätte sein können, und weswegen ich sogar Monate zuvor in eine fremde Stadt gezogen war.

    Lege ich mein Gesamtvermögen auf Anraten eines gewieften Freundes (im Nachhinein leichtsinnigerweise) am Neuen Markt an, dann aber dringend nur wenige Wochen vor Nine-Eleven! (Geld futsch.)

    Gleichzeitig beobachte ich, dass es glückliche Menschen gibt, denen (obgleich auch diese vom Schicksal nicht vollkommen unverschüttelt bleiben), die Sonne vorrangig aus dem Allerwertesten zu scheinen scheint. Ich vermute Theo Fischer gehört zu jener Sorte. Oder auch mein sehr netter KFZ-Mechaniker, der die schönste Frau der Gegend geheiratet hatte, die ihm buchstäblich einfach so in den Schoß gefallen war, wie das bei Sonnenschein-Popo-Menschen eben so üblich zu sein scheint – während sich meine paar Exen dank Internet-Flirtbörsen nach oben schliefen (müssen schließlich auch an ihre Zukunft denken).

    Meine große, gänzlich unerfüllte, Ex-Liebe hat sogar einen Typen geheiratet, der beschriebenes Phänomen, wie zum Hohn, bildhaft im Firmenwappen trägt: „Uns scheint die Sonne aus dem A!“

    Quantenphysik: Wenn ich mich, völlig mit den Nerven fertig, raussetze auf den Balkon, um ein wenig Ruhe zu haben, wird in derselben Sekunde irgendwo mindestens ein Benzinrasenmäher oder eine Kreissäge angeworfen.* Gehe ich rein, wirft der Nachbar über mir seine Tiefbass-Technoanlage an. Gehe ich raus, folgt mir der Lärm auf Schritt & Tritt oder erwartet mich bereits an meinem Ziel. Habe ich einen Kunden, der einigermaßen Geld einbringt, wird mir der von der Konkurrenz weggenommen, und mir wird radikal das Gehalt gekürzt und Faulheit unterstellt. Der Vater macht mir zum Vorwurf, dass ich ihm keine Enkel geschenkt habe und stirbt anschließend einen qualvollen Krebstod. – Der Vorwurf bleibt im Raum stehen.

    Meditation bringt mir allerdings die Gewissheit, dass sich alles zum Guten wenden wird. Schon immer.

    Ich meine, Menschen die vom häufigen Zufallsglück und von allgemein günstigen Konstellationen beschenkt sind, können durchaus in Gefahr laufen, jenes Zufallsgeschenk als Ergebnis ihrer richtigen Lebensweise zu interpretieren, sich auf diese Weise noch einen weiteren Kick (und immerhin befriedigende Einnahmen) verschaffen: Tschake, ich habe das Leben verstanden! Verstehen auch Sie das Leben – jetzt!

    Ich selbst erlebte dagegen den Lichtblick ganz am Anfang, gefolgt von brutalstmöglichen Negativ-Sanktionen, Widrigkeiten, die sich (wie von einer unbekannten Intelligenz ferngesteuert) wie aus dem Nichts zu manifestieren scheinen. Von Tao-Nichtbemühungen und impulsgesteuerten Handlungen meinerseits gänzlich unbeeindruckt.

    Gleichzeitig also tot und lebendig. Dafür hart & ehrlich in der Ausdrucksweise.

    Was nicht heißt, dass ich mich am Duft des blühenden Frühlingsstrauchs nicht im selben Maße erfreuen kann wie die vom massiven Zufallsglück Beschenkten.

    Nein, ich habe natürlich nur Spaß gemacht. Tatsächlich könnte ich stinkreich sein (interessiert mich aber nicht), besitze, dank des Vertragsduos „Nichteingreifen/Handeln“ ein Haus in den Vogesen und plane demnächst mit meiner geliebten Ehefrau (ohne Internetanschluss) in die Toskana umzuziehen (eigentlich mindestens Südfrankreich, ist aber zu teuer).

    * Ist es Ihrer Frau/Freundin draußen auf der Terrasse gerade zu warm? Formen Sie zwischen ihren Händen einen hüpfballgroßen, imaginären Energieball, und drücken Sie diesen imaginären Energieball an einen Baum in ihrer Nähe. Ist mir aus Langeweile so eingefallen, scheint aber irgendwie mit Reiki verwandt zu sein. Denken Sie dabei an Wind. Ihre Frau/Freundin wird überrascht sein! (Was dann geschieht, ist aber nur Zufall, Sie „können“ das nicht wirklich.)

    Falls Sie ein Kind sind, können Sie auch das Sonne- oder Regenlied singen. Bietet sich auch an, wenn man mit Kindern auf dem Rücksitz zum Open-Air-Familienevent fährt und es auf der Hinfahrt wie aus Kübeln gießt. Kinder können das noch. (Ist aber nur Zufall, was dann geschieht.)

    • gitti sagt:

      Hallo und guten Tag!
      Man kann auf ein solches Wortspiel schwer antworten, weil dem Ganzen die Substanz fehlt.
      Sie lassen mich verwirrt zurück………..
      Liebe Grüße Gitti

      • Matthias sagt:

        Ich gebe zu, ich habe es mehrmals lesen müssen, bevor ich verstand:
        Der tut nix. Der will doch nur (wort)spielen.

        Herzliche Grüße,
        Matthias

        • Matthias sagt:

          OK. Einmal drüber geschlafen. Neuer Versuch.
          Auch wenn es nur ein Wortspiel ist, ist es doch immerhin ein Denkanstoß.
          Und meine erste Reaktion hatte auch was mit der Abwehr zu tun, die sich gerne mal einstellt, wenn etwas näher an einen ran kommt als man möchte.

          Angenommen, Wortspiel hat alles so erlebt, wie vor der merkwürdigen Kehrtwende („Nein, ich habe natürlich nur Spaß gemacht.“) geschildert. Dann wären all die negativen Erlebnisse nicht „Anti-Tao“. Das kann es nach meinem Verständnis nicht geben, weil Tao allumfassend ist. Sie wären vielmehr diese viel zitierte 5-Bogenminuten-Wende, allerdings nicht weg vom Tao und zu sich hin.

          Die 5-Bogenminuten-Wende kann in zwei Richtungen erfolgen, weg von sich zum Tao hin (sagen wir: im Uhrzeigersinn), oder weg von sich und weg vom Tao (also gegen den Uhrzeigersinn). Wobei – um im Bild des Kreises zu bleiben – man bei konsequentem Weiterdrehen im Grunde auch wieder beim Tao landen sollte.

          Bei mir war es so, dass auch ich nicht so sein wollte „wie die“, insbesondere nicht wie mein Vater. Als ich dann selbst Vater wurde, kam ich von meinem Weg ab und folgte seinem (Pflichterfüllung vor allem anderen, usw.). Georg Groddeck schrieb in seinem wunderbaren Buch „Das Buch vom Es“ sinngemäß, dass man in seinem Leben alles tue, um seine Eltern zu rechtfertigen. Dies wissend, gelang es mir dennoch nicht, aus eigener Kraft auf den eigenen Weg zurückzukehren. Es brauchte einen Blinddarmdurchbruch, der mich fast das Leben kostete, diverse weitere Krisen und vor allem Hilfe von außen, bis mir das gelang.

          Aber vielleicht hatte ich meinen Weg auch nie verlassen?!

          In all den „dunklen“ Jahren stand die Frage ganz oben: „Wer bin ich eigentlich?“
          Inzwischen stelle ich fest, dass diese Frage bedeutungslos für mich geworden ist.

          Mich hat die Zen-Geschichte vom Holzfäller, der das „wilde Tier Satori“ fangen wollte, immer besonders berührt. Immer, wenn er im Wald Bäume fällte, bemerkte er, dass das Tier Satori, das ziemlich neugierig war, in seiner Nähe umherstreifte. Wenn er es fangen wollte, lief es aber weg und versteckte sich. Als eines Tages ein Zen-Mönch vorbei kam, klagte der Holzfäller ihm sein Leid. Dieser gab ihm den Rat, sich einfach auf das Holzfällen zu konzentrieren und sich nicht weiter um das Tier Satori zu kümmern. Das gelang dem Holzfäller auch nach einiger Zeit. Und eines Tages „fing“ er das Tier Satori, weil es von einem gefällten Baum eingeklemmt wurde.

          Herzliche Grüße,
          Matthias

          • gitti sagt:

            Hallo Mathias!
            Mit Deiner sensiblen Stellungnahme zu den Wortspielen schließt sich der Kreis zum Thema „Gewahrsein-Schrödingers Katze.
            Die Verantwortung für unser Wohlergehen schaffen wir uns selbst.Im Text von Herrn Fischer steht, ohne unsere geistige Mitwirkung geschieht gar nichts. Du scheinst Dich auf den Weg gemacht zu haben und damit ändert sich Deine Wahrnehmung.
            Herzliche Grüße Gitti

          • Taononymus sagt:

            Lieber Matthias,

            Danke für die schöne Holzfällergeschichte, die kannte ich noch nicht 🙂 … und für meinen Bedarf trifft sie 100% ins Schwarze.

            Daß sich das Spiel des Lebens weder nach den eigenen Wünschen richtet noch sich durch hohe eigene Einsätze willfährig machen läßt, das muß jeder bitter lernen. Ich jedenfalls habe noch von keinem gehört, dem dies Spaß gemacht hätte, der von solchen „Lektionen“ nicht wütend, verletzt und tief frustriert worden wäre.

            Aber was die Schlüsse angeht, die nach solchen Erlebnissen früher oder später gezogen werden, da sind die Unterschiede zwischen den Menschen gewaltig.

            Der eine lernt immer wieder los zu lassen und ist auch nach den bittersten dieser Lektionen irgendwann bereit, erneut anzupacken um mit der anstrengenden Holzfällerei des Lebens weiter zu machen und offen zu bleiben.
            Und der andere fegt eben irgendwann wutschnaubend die Figuren für immer vom Spielbrett um sich für den Rest des Lebens hinter spielerisch-zynisch-schillerndem Wortgeklingel zu verkriechen.

            Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
            Taononymus

            p.s.: @Wortspiel_mit_Tao: Nur keine Sorge, Unruhe ist für eine Baustelle nichts schlechtes, im Gegenteil. Wo gehobelt wird fallen Späne und wo Bewegung ist, da gibt’s auch Reibung. Warum also Deine Beiträge wieder löschen? Wem Dein Stil nicht gefällt, der muß sie ja nicht lesen 😉

    • Theo Fischer sagt:

      Hallo Wortspiel: wenn das Haus abbrennt, bekommen Sie ein neues, schöneres Haus – wenn das Haus abbrennt, sind Sie obdachlos – wenn das Haus abbrennt sind Sie obdachlos, und Sie bekommen ein neues, schöneres Haus.
      Für alle zum Mitlachen Euer Theo Fischer

    • Taononymus sagt:

      Hallo Wortspiel_mit_Tao,

      probiere es doch mal mit ein paar Runden „Mensch-ärgere-Dich-nicht“, angewendet am besten täglich über längere Zeit 🙂
      Dieses Spiel mutet ja schon Vorschulkindern zu, spielerisch dem Zufall ausgesetzt zu sein und mit dem „Glück“ der anderen sowie mit dem eigenem „Pech“ klarzukommen. Ist bestimmt auch für Erwachsene, die sich dieser Herausforderung INNERLICH bisher nicht wirklich gestellt haben, eine Möglichkeit zum spielerischen Nachholen 😉
      Außerdem sinnvoller als Wortspiele mit was auch immer, kostet nicht gleich das ganze Geldvermögen oder das Eigenheim… und pseudowissenschaftliche Schrödingerkatzen werden dazu ebenfalls nicht gebraucht 😉

      Viele Grüße,
      Taononymus

      • Wortspiel_mit_Tao sagt:

        Hallo Yet_another_Wortspiel_mit_Tao (Taononymous): Ja, das habe ich gemacht – als Kind: „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt. Und was ist mir von außen zugefügt worden? Habe vor mich hingeträumt und bin nach einer Runde ohne rausgekickt zu werden mit meiner Spielfigur versehentlich an meinem „Haus“ vorbeigelaufen, um somit eine „Ehrenrunde“ einzulegen. Alle haben sie mich ausgelacht! Ein prägendes Ereignis!

        Habe dann wutschnaubend mit einem Handstreich alle Figuren umgeschmissen, bin raus, habe die Tür hinter mir zugeknallt, bin demonstrativ laut die Treppe hochgetrampelt, ab in mein Kinderzimmer und *buff* aufs Bett.

        Sie müssen sich vorstellen, das Tao war in Deutschland seinerzeit noch gar nicht erfunden! Die Menschen gingen hierzulande fälschlicherweise sonntags in die Kirche, und zwar um dort für ihr Lebensglück zu beten – das eintrat oder nicht, gerade wie „Bald Anders“ es so wollte. Wir lebten noch nicht gemeinsam mit unseren Rehen und Alpen glücklich, da von Idioten weitgehend abgeschottet, in einer Berghütte. Die Deutschen als solche hatten das Leben also noch nicht allumfassend verstanden, so wie heute.

        Christina und Horst wurden damals getadelt, wenn sie zur Vorweihnachtszeit am Adsvenzkranz mit Streichhölzern herumkokelten, selbst dann, wenn sie ihren Eltern versicherten, dass die Kokelei nur zum Allerbesten der Adsvenzkranzkerzen wäre.

        Shania Tyra und Jimi-Dynamo-Jean hingegen bekommen dieses Jahr zur Vorweihnachtszeit von ihren Eltern je eine Flasche Brandbeschleuniger (Grillbedarf, Baumarkt, Saisonartikel) zur Selbstverwirklichung in die Hand gedrückt, bevor die Eltern das Haus verlassen und in die Kirche gehen, um dort die Atmosphäre an sich auf sich wirken zu lassen und unter die Leute zu kommen.

        Womöglich wird das Eigenheim nur noch ein Häufchen Asche sein, wenn die Eltern wieder nachhause kommen und die optisch angerußten Kinder bereits wartend vor der als letztes Übrigbleibsel das Aschehäufchen überragenden Haustür stehen. Die kurze Phase der Obdachlosigkeit wird psychologisch jedoch leicht zu überbrücken sein bei Punsch und gelegentlichen wärmenden Gedanken an das neue, größere, Haus, das der jungen Familie bei (wie immer ab sofort) korrekter Lebensweise bald wie durch Zauberhand zur Verfügung stehen wird.

        Kann allerdings sein, dass die Straße zum Häuschen erst geteert wird, kurz NACHDEM man die neuen Möbel unter größten Mühen über abschüssigen Schlamm schlitternd ins Haus getragen hat – das Tao liegt zwischenzeitlich nämlich in aktualisierter, deutlich abgespeckter, Version vor und erinnert mich in seinem Wirken nun schon etwas mehr als früher noch an meinen eigenen bisherigen Lebenslauf.

        Der Penner vor dem Supermarkt ist bestimmt Christ! Wir belehren ihn nicht. (Unter uns Menschen des Tao: Haha, ist der doof! Gott als solchen gibt es doch gar nicht! *Pffffft!*) Wir erteilen ihm jedoch rückhaltlos Auskunft, falls er uns, statt uns eine Spende für sein Obdachlosenblatt abzunötigen, nach dem Geheimnis unseres schieren Lebensglücks fragt. Anschließend gehen wir, ohne uns weiter gedanklich mit dem Penner beschäftigen zu wollen, zu unserem Hausfrauenpanzer, den wir zuvor nichtwertend auf dem Mutter-Kind-Parkplatz abgestellt haben – denn Väter haben keine Kinder. (Zumindest keine Rechte als Väter.)

        Wieder zuhause sind wir froh und glücklich über unser neues Haus – das wir nicht er-meditiert haben und doch dem Wirken des Tao in uns zuschreiben möchten. Eigentlich haben wir kein neues Haus – da ist immer noch das Häufchen Asche und die als einziges noch stehende Haustür – aber das macht ja nichts – denn weil ich das alles ja bin, bin ich auch du, und darum ist dein tolles Haus ja mein tolles Haus, das ich gerade in diesem Augenblick durch dich bewohne.

        Und jetzt setze ich mich durch dich ohne Gehörschutz raus in meinen tollen Garten und freue mich, dass um mich herum keine bescheuerten Eigenheimchristen mit extralauten 60er-Jahre-Benzinrasenmähern und ebensolchen Bandsägen hausen. Falls wider Erwarten doch welche auftauchen (und nur falls sie mich nerven) sollten, werde ich diese, einem kräftigen Handlungsimpuls folgend, nach uralter Landessitte mit einem kräftigen Tritt in den Hintern ins Collosseum befördern.

        So, jetzt geht´s mir wieder besser! Herr Fischer, nachdem alle mitgelacht haben, schmeißen Sie meine blödsinnigen, verwirrenden Kommentare doch einfach wieder raus. Ist schon okay. Wäre mir ehrlich gesagt sogar lieber. Werde ihre Bücher dennoch weiter lesen.

        An alle: Bitte entschuldigt die durch mich verursachte troll-artige Unruhe auf dieser Baustelle. (Wahrlich kein guter Stil!) War vielleicht nur ein Versuch meinerseits mich selbst durch Interpretation vor dem Tao zu retten.

      • gitti sagt:

        auch beim Spielen braucht es den Hauch über den Dingen…..so wie es zum Beispiel Witz gibt und Humor
        dazwischen liegen Welten.
        Liebe Grüße Gitti

  5. JE sagt:

    ……Zum ‚Wortspiel’……:

    Gut
    Muss
    Ich
    Es
    Nicht
    Finden

    Auch
    Nicht
    Den
    Sinn
    Ergründen

    Frage
    Unverhohlen:
    Schrieb
    Das
    Dieter
    Bohlen?

    Die
    Antwort
    Mag
    Ich
    Gerne
    Missen

    Denn
    Ich
    Will
    Es
    Gar
    Nicht
    Wissen.

    Einen schönen Tag für Alle!
    JE

  6. Perlacoltivata sagt:

    ….oder aber

    Si tacuisses, philosophus manisses.

  7. Ingo sagt:

    Hallo Theo,

    habe erst heute zufällig dein Blog gefunden 🙂

    Ich verstehe Schrödingers Katze so, dass jedes Elementarteilchen – und damit alle Dinge unserer Welt, welche ja wiederum aus Elementarteilchen bestehen – zunächst in allen denkbaren Zuständen zugleich sind, also z.B. an unendlich vielen Orten *gleichzeitig* sind (wobei mögliche Orte und deren jeweilige Wahrscheinlichkeit durch die sogenannte Wellenfunktion des Teilchens exakt mathematisch beschrieben wird). Erst dann, wenn ein beobachtendes Bewusstsein das Teilchen „anschaut“, muss es sich „entscheiden“, wo es gerade sein will, es manifestiert sich also an einer konkreten Stelle. Darüber, ob es ab diesem Zeitpunkt nur noch dort existiert (das wäre die „Kopenhagener Konvention“) oder in unendlich vielen Paralleluniversen auch noch an jedem anderen denkbaren Ort existiert (das wäre die Viele-Welten-Theorie von Everett), gehen die Meinungen auseinander, aber egal … (das Ganze ist auch eng verwandt mit dem berühmten Doppelspaltexperiment, bei dem ein einzelnes Elektron *gleichzeitig* durch zwei verschiedene Spalte fliegt, was für den gesunden Menschenverstand völlig paradox ist).

    Jedenfalls beinhaltet das tatsächlich, so oder so, die Möglichkeit, dass das Bewusstsein sich seine eigene Realität formt, sozusagen sich eine konkrete Welt aus unzähligen Möglichkeiten aussucht. In diesem Sinne ist jeder tatsächlich ein Schöpfer, nicht nur seiner eigenen subjektiven Wirklichkeit, sondern auch einer objektiv eigenen Welt.

    Ich denke, dass man die Summe all der möglichen, noch nicht realisierten Zustände der Quantenmechanik mit dem „einen, das nichts und alles zugleich enthält“, dem TAO, durchaus gleichsetzen kann. Von daher sehe ich zwischen Taosimus und theoretischer Physik (und damit Naturwissenschaften allgemein) keinerlei Widerspruch, sondern beide sind im Grunde dasselbe. Die meisten Physiker gehen auch schon seit langem davon aus, dass die Welt doch ziemlich anders zu sein scheint, als es der „naturwisschenschaftsgläubige Geist“ früherer Tage annahm, auf den sich einige Kommentatoren dieses Artikels beziehen.

    Verstehen muss man das nicht wirklich, sollte man besser auch gar nicht versuchen, es reicht das Gefühl, das mich spüren lässt, dass das richtig ist…

    Gruß,

    Ingo (der mit den Smaragdeidechsen), Grüße auch von Silvia und Tim, natürlich auch an Sabine

  8. Taononymus sagt:

    Hallo Ingo,

    letztes Jahr wurde der Physik-Nobelpreis für den EXPERIMENTELLEN Beweis der unbequemen Erkenntnis verliehen, daß das GESAMTE bisherige physikalische Theorie- und Wissensgebäude maximal ungefähr 5% der physikalisch mess- und beobachtbaren Welt erklären kann. Und bei diesen 5% ist all das, was die modernste Quantenmechanik bis heute erklären kann, schon MIT enthalten, wie in diesem allgemeinverständlichen Artikel der Zeit recht treffend herausgearbeitet:
    http://www.zeit.de/2011/41/Nobelpreis-Physik/seite-3

    Verständlicherweise ist das ganze Ausmaß dieses physikalischen Beweises der engen Grenzen der Aussagekraft der heutigen Physik bis heute noch nicht weiterverarbeitet worden, weder in der Physik noch außerhalb.
    Während man in der Physik selbst nach wie vor ratlos vor dieser Frucht des hauseigenen „Erkenntnisbaums“ steht, sie aber mittlerweile doch so ernst nimmt, daß sie einen Nobelpreis wert ist, wird sie in Diskussionen außerhalb der Physik nach wie vor kurzerhand ignoriert.

    Kein Wunder, läuft dieses experimentelle Forschungsergebnis doch dem zur unbewußten Gewohnheit der intellektuellen Welt gewordenen pseudowissenschaftlichen Analogieschließen à la Capra diametral entgegen. Und was eingefahrenen Gewohnheiten widerspricht wird bekannter maßen ja zunächst einmal ausgeblendet, bis neue, meist unliebsame, Erfahrungen einen Lernprozess erzwingen.

    Aber an diesem Punkt ist man wohl noch lange nicht. Und daher wird man auch noch oft solche Texte zu lesen bekommen, die mit Hilfe von Analogien zur Quantenmechanink Aussagen über das EINE, “ … das NICHTS und ALLES zugleich enthält … „, das folglich 100% aller physikalischen sowie 100% aller weiteren Phänomene umfassen muß, machen möchten.
    Ausgerechnet mit Analogien zu einer physikalischen Theorie also, die heute noch nicht einmal in der Physik selbst mehr annähernd das halten kann, was man sich einst von ihr erhofft hat.

    Denn, ich zitiere nun doch mal aus dem Artikel oben:
    „…Die quantenmechanischen Berechnungen ergeben einen Wert, der rund 120 Zehnerpotenzen größer ist als jener, den die astronomischen Beobachtungen erfordern – die »schlechteste Vorhersage« in der Geschichte der Physik, witzeln Theoretiker. …“

    Viele Grüße,
    Taononymus

    • Ingo sagt:

      Hallo Taononymous,

      ich bin nicht ganz sicher, was du mir sagen möchtest, vielleicht hast du auch nicht verstanden, was ich genau sagen wollte.

      Man kann auf jeden Fall festhalten, dass…
      (a) die Physik weit davon entfernt ist, das Universum zu verstehen bzw. erklären zu können (Stichwort 25 % dunkle Materie, 70% dunkle Energie, dunkel bedeutet hier unbekannt, also weder zu sehen noch direkt zu messen)
      (b) den Physikern aber zumindest ihre eigene Unwissenheit klar ist
      (c) innerhalb der Quentenmechanik das normale Denken nicht funktioniert, Dinge sind paradox wie z.B. „Teilchen und Welle zugleich“, „an unendlich vielen Orten zugleich“, Paralelluniversen, kompaktifizierte höhere Dimensionen der Stringtheorie, 3-Branen als Unterräume höherdimensionaler Räume etc.

      Daher war mein Punkt, dass nach heutiger wissenschaftlicher Sicht das beobachtbare Universum genau so unverständlich ist wie das dem rationalen Denken unzugängliche Tao und dass von daher keinerlei Widerspruch zwischen beiden besteht, sondern hauptsächlich Parallelen, was auch so sein muss, denn letztlich kann es nur eine Wirklichkeit geben (ob grundsätzlich verstehbar oder nicht). So wie alle Wege einen Berg hinauf unterschiedlich sind, man sich aber letztlich spätestens an der Spitze trifft. Also sollten auch Taoisten und Physiker, die ja beide versuchen, die Welt zu beschreiben, irgendwann an der Spitze des Berges zusammentreffen.

      Gruß,
      Ingo

  9. AA sagt:

    Hallo zusammen!
    Danke Euch allen für die Motivation zum Schreiben.

    Unterwegs im Blog musste ich gelegentlich stolpern, und dann ist mir aufgefallen, der Teufel steckt im Detail, und zwar im Terminus.
    Was hat es eigentlich mit der „Pseudowissenschaft“ auf sich. Ich frage mich – das mache ich am liebsten, damit ich auch die Antwort verstehen kann – ob es wirklich noch Menschen gibt, die auf solche, bis zur Unerträglichkeit strapazierten Tricks, reinfallen können. Damit ist hier die Stigmatisierung von Begriffen gemeint. Man nehme „Pseudo“, paart es mit „Wissenschaft“, und schon jeder weiß Bescheid: „Achtung nur Bauernweisheit, oder Firlefanz!“ Ja, es kann tatsächlich funktionieren. Laut einer amerikanischen Studie ( Quelle: Periodikum von Zeugen Jehovas) viel fernsehen macht das menschliche, schon von Haus aus weiche Hirn, noch weicher. Folge dessen das Grübelorgan ist fähig nur eine mundgerecht vorgekaute Kost zu verdauen, und keinesfalls in der Lage, sich selbständig mit dem Wahrgenommenen auseinanderzusetzen.
    Kein Wunder, dass z.B. ein „Bauernlogiker“, wie Fritjof Capra, viele Jahre lang, auf renommierten Universitäten der Welt, Esoterik unterrichtet hat, und niemand hat es bemerkt. Bis dato etliche Trittbrettfahrer haben ihm die Gaudi nachgemacht.
    Aber was verbirgt nun der Begriff „Wissenschaft“. Es müsste eigentlich ein Oberbegriff für alle Forschungswege sein. Auch für jene, die für den Stein der Weisen sorge tragen, aber nicht vom Beweisfetischismus gehandicapt sind. Mit Hilfe einer vernünftigen Begriffssortierung ließen sich viele Totschläge schon im Vorfeld vermeiden. Jedem einen ehrwürdigen Namen, ohne ihn zu beflecken. – Das hört sich kultiviert an. Sonst, notgedrungen muss eine Strukturierung immer aufs Neue provisorisch hergestellt werden:
    Von Geburt Newtons anno 1643 bis zu seiner Archivierung, ca. 1916 ist alles noch nahvollziehbar: Die Erde fällt auf den Apfel ( Es geht auch andersrum ), sie ist schwer und hat Kraft, es macht platsch. In Folge der mechanischen Beanspruchung geht der Apfel kaputt, und schon versteht man wie das Universum funktioniert. – Das wäre die klassische Wissenschaft.
    Die obdachlose Relativitätstheorie schwebt irgendwo im Niemandsland. Hier prallte ein krummer Raum auf eine „exakte Beobachtung“. – Nein, es konnte nicht gut ausgehen. Der Knall übertönte selbst den Urknall, und hat den, immer noch munteren, Newton taub gemacht. Und jetzt der perfekte Jammer – die Quantenphysik setzt eins drauf. Noch Pseudowissenschaft, oder schon Esoterik? – fragt sich der „Bunte“-Leser. Die Psychotherapeuten sind ratlos: Alle Quantenmechanischen Theorien gleichen Hare-Krishna-Liedern. Etablierte Uni-Profs reden von „intelligenten“ Zellen. Blogger Theo Fischer zieht Katze aus dem Sack. – Ein Unheil legt sich um den Planeten herum.

    Ich meine, …aus dem Konstrukt „Esoterik“ werde ich auch nicht schlau. Hier wurde Allerlei reingepackt, was das Zeug hält. Sie müsste mittlerweile alles sein, was Newton und Benedikt XVI nicht ihr eigenes nennen dürfen. Somit fast das ganze Universum. Mir tüncht, die meisten Pseudowissenschaftler sind mutmaßliche Esoteriker.
    Was „Wissen“ ist, weiß auch nur der Wissenschaftler. Also, unter dem Strich: Die Sprache ist für die Kommunikation definitiv das am wenigsten geeignete Mittel.
    Nun, ich weiß nicht mal, dass ich nichts weiß, und jetzt noch dieser Katzenquiz.

    Vorher wollte ich aber etwas zu dem umstrittenen Buch sagen. Also, wenn man sich nur den Titel vornimmt, ist eine Täuschung unvermeidlich. Die Lektüre des Ganzen wird aber schnell offenbaren, dass dem Autor nichtmal in den Sinn gekommen ist, die Physik zu taoisieren oder das Tao in einem Doppelspaltexperiment Hieb und Stich fest zu machen. Er vergleicht nur Birnen mit Äpfel und zeigt, dass beides Obst ist, ohne etwas mit Übermaß an Fantasie zu verunstalten.
    Das von dem Pseudowissenschaftler Werner Heisenberg freundlicherweise spendierte Motto des Buches sollte es verdeutlichen: „Die fruchtbarsten Entwicklungen haben sich überall dort ergeben, wo zwei unterschiedliche Arten des Denkens zusammentrafen.“
    Auch der Esoteriker Niels Bohr hat gesprochen, ohne mit Tomaten beworfen zu werden: „Um zur Lehre der Atomtheorie eine Parallele zu finden… müssen wir uns den erkenntnistheoretischen Problemen zuwenden, mit denen sich bereits Denker wie Buddha und Lao-tzu auseinandersetzten“.

    Da lacht doch die Seele, wenn man erkennt, dass der kognitiv betonte Forschungsweg, mit dem intuitiven gut mithalten kann und auch zu gleichen Ergebnissen kommt. Ich würde noch weiter gehen, und fragen, ob der Vergleich von Dingen nicht zwingend der menschlichen Natur entspringt. Ist das Denken an sich nicht die persistente Vergleichung?

    Jetzt endlich zu dem Quiz. Bloß nicht voreilig sich über die Schrödinger-Übung lustig machen! Dazu ein paar Worte vom Paradoxkatzenexperten und einem der bedeutendsten Quantenphysiker der Gegenwart Prof. Anton Zeilinger, auch als Mr. Beam bekannt: „Wahrscheinlich wird es noch einige Zeit und viele technische Entwicklungen benötigen, bis auch große, makroskopische Systeme in Quantensuperpositionen beobachtet werden können. Jedoch gibt es keine prinzipiellen Gründe dafür, warum es aus rein technischen Gründen scheitern sollte.“

    Da hamas – superpositionierte Haustiere runden die ganze Bredouille ab.
    Das verdient ein Wort der Anerkennung: Herr Schrödinger, ich danke Ihnen für die Katze. Es gibt eine gute Nachricht. Wir haben – Vogel friss oder stirb! – nachgeguckt, und…. sie ist nicht sowohl-als-auch tot, auch nicht mal, entweder-oder tot. Sie wird vom Herrn Tao Fischer auf einer Baustelle ordentlich gefüttert und sorgt immer noch für gute Laune. Wir werden sie pflegen. Versprochen!

    Ich danke auch Ihnen Herr Fischer. Vergleichen Sie mutig weiter.

    „Die Welt ist mehr als das, was der Fall ist. Sie ist auch alles, was der Fall sein kann“
    Anton Zeilinger

    Grüße
    AA

    • Taononymus sagt:

      Lieber AA,

      nur für den Fall, dass Dich wirklich interessieren sollte, was es mit dem Begriff „Pseudowissenschaft“ auf sich hat: es ist ein uralter, wohl definierter Begriff aus der Wissenschaftstheorie, dessen Bedeutung u.a. Leute wie der Philosoph Karl Popper herausgearbeitet haben.

      Und wie für viele andere Begriffe (z.B. Esoterik) auch, kann ein erster Zugang zum Thema hier in der Wikipedia gefunden werden:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudowissenschaft#Entstehung_des_Begriffs

      Aber die Frage, ob Definition und Verwendung des Begriffs „Pseudowissenschaft“ für den Philosophen Karl Popper nun ein „bis zur Unkenntlichkeit strapazierter Trick“ oder ein ehrliches Anliegen war, die kann einem so ein Artikel natürlich nicht beantworten… 😉

      Viele Grüße,
      Taononymus

      • Taononymus sagt:

        p.s.: der Begiff „Bauernlogik“ hat übrigens seine Wurzel in der Übersetzung des englischen Wortgebildes „Cargo Cult“, definiert von dem Physik-Nobelpreisträger Richard Feynman zur Beschreibung von Tätigkeiten, die wissenschaftliche Verfahren nachahmen ohne zu wissen was Wissenschaft ist:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult-Wissenschaft
        … aber vielleicht ist auch Feynman nur einer von denen, die es lieben, „Tricks bis zur Unkenntlichkeit“ zu strapazieren…

        • gitti sagt:

          Hallo Taononymus!
          Du schreibst von den Tricks bis zur Unkenntlichkeit. Genau das ist es was ich gar nicht aushalten kann. Man kann die Dinge nie auf den Punkt bringen, wenn man alles relativiert.
          Alan Watts schreibt in seinem Buch „Das ist Es“ vom Erfassen des Kontinuums.Wenn man das zu „Ende“ denkt…….
          kann man sehr wohl unterscheiden zwischen Bauernlogik,Pseudowissenschaft,Esoterik….
          Das TAO ist ES.

          Liebe Grüße Gitti

  10. AA sagt:

    Lieber Taononymus,

    trotzdem danke für Deinen Tipp. Du konntest ja nicht ahnen, dass ich Die Wissens-Grube gerade vor ein paar Tagen entdeckt habe. Besonders spaßig ist dort der „Diskussion“-Stammtisch. Vor fliegenden Fetzten muss man da schon rechtzeitig in Deckung gehen! Diese hartnäckige omnipräsente Paradigmen-Schlacht, will auch die Wiki nicht verschonen. So ganz neutral und unabhängig geht es dort nicht zu. Der Edit-War lässt nicht immer „das Gelbe vom Ei“ entstehen. Also mit Vorbehalt studieren! – Das aber nur am Rande. Wir wollen ja die Kebab-Bude im Dorf lassen: Das von Dir vorgeschlagene Lemma war mir nicht fremd. Nun aber: Wann und vom wem eine Manipulation kreiert wurde ändert nichts an ihrer Absicht. Es ist auch irrelevant, ob Popper bzw. Feynman die Urheber, oder missbrauchte Opfer des Spiels sind. Es kommt auch darauf an, in welchem Kontext ein Begriff auftanzt. Oft setzt hier der Trick erst an. Ich könnte im Handumdrehen eine TopTen-Liste von Begriffen, die ihre Unschuld längst verloren haben, aus den lexikografischen Bändern aufrollen. Das würde aber zu weit in andere Wälder führen.

    Grüße,
    AA

    • Taononymus sagt:

      Lieber AA,

      wie kommst Du auf die Idee, dass irgend jemand hier so naiv sein könnte, dass er in Wikipedia-Autoren neutrale und unabhängige Leute sieht, die „das Gelbe vom Ei“ produzieren?

      Funktioniert Deine Logik hier etwa nach der Methode: wer einen Wikipedia-Artikel zitiert muß darin folglich das „Gelbe vom Ei“ sehen und naiv genug sein um an die Autoren als neutrale und unabhängige Personen zu glauben?

      Ich hoffe doch nicht… denn das wäre im besten Fall ein unbewußtes Enthüllen eigener naiver Denkstrukturen und im schlimmsten Fall ein Schulbeispiel für eine vorsätzliche Manipulation, für die Sorte Tricks also, die Du selbst hier permanent thematisierst.

      Was auch immer nun in Deinem speziellen Fall dahinter stecken mag, Naivität, Manipulationsversuche oder weitere Möglichkeiten, letztlich kannst nur Du selbst wissen um was es Dir dabei wirklich ging.
      Und sehr ähnlich sieht es auch mit den Texten von Wikipedia-Autoren, Popper, Capra, Feynman, Freud, Jung, Theo Fischer, den Kommentatoren dieses Blogs etc. aus.
      Während es für die Leser nämlich simpel und wohlfeil ist, den Schreibern vorsätzliche Manipulationen zu unterstellen um deren Ansichten in Miskredit zu bringen, so ist es um so schwieriger, ihnen dies auch zu beweisen. Es sei denn, die Schreiber gäben Manipulationen explizit selbst zu, war natürlich eher unwahrscheinlich ist.

      Aber auch für den Leser ist dieses „Spiel“, wie Du es oben nennst, nicht ganz ungefährlich. Denn wer mit Manipulationsunterstellungen öffentlich hausieren geht, der täte seiner Glaubwürdigkeit natürlich schon einen sehr großen Gefallen, wenn er den Beweis dann nicht schuldig bleiben müßte, sonst geht der Schuß nämlich nach hinten los.

      Nur, auch vom Beweisen scheinst Du ja nicht viel zu halten, wie ich Deinem Satz mit dem als „Handicap“ bezeichneten „Beweisfetischusmus“ oben entnehme.
      So bleibt also nicht mehr viel an Substanz übrig, das sich zu kommentieren lohnen würde.
      Außer vielleicht: wer manipulieren will, der ist nicht auf eine „Liste der Begriffe, die ihre Unschuld verloren haben“ angewiesen, der tut dies mit jedem Wort das er äußert und in jedem Kontext den er antrifft.
      Und umgekehrt, wer anderen Schreibern Manipulationen unterstellen will, wird sie in jedem ihrer Worte und in jedem Kontext sicher auch „finden“ können.

      Viele Grüße,
      Taononymus

  11. AA sagt:

    Lieber Taononymus,

    auf die Idee hat mich – was sonst? – Deine Reaktion auf meinen Beitrag gebracht. Der Verweis auf Wiki erschien mir nicht nur naiv, aber auch unlogisch zu sein. Naiv, weil eben: „…dass irgend jemand hier so naiv sein könnte “…zu glauben Einer sortiert Begriffe aufs Neue, ohne zu wissen, dass die Menschheit im eine Enzyklopädie geschenkt hat. Unlogisch, weil Deine Argumentation am Ziel vorbei schoss. – Wie ich es schon in meiner vorgegangenen Antwort dargestellt habe.
    „Ich hoffe doch nicht…“ – Deine Hoffnung ist in Erfüllung gegangen, weil die vermutete Methode meiner Logik falsch ist. Meine Aussage hast Du seeehr gewollt an den Haaren herbei gezogen. – Ein praktisches Vorgehen um Stoff für die Führung einer Selbstdiskussion zu gewinnen.
    „ …letztlich kannst nur Du selbst wissen um was es Dir dabei wirklich ging“- Durchaus: Manipulation? – Ja!, vorausgesetzt dass, die Kritik derjenigen, als eine Manipulation interpretiert wird. So schnell kann eine philosophische Maxime entstehen: „Alles Gesagte ist eine Manipulation“. Übrigens, schade dass du nicht verstanden hast, worauf ich den Beweisfetischismus bezogen habe. Sonst gibt es auch Behauptungen, die z.B. auf deduktivem Weg konstruierbar sind und gut ohne Beweise sich vertreten lassen.
    „ … wer manipulieren will, der ist nicht auf eine “Liste der Begriffe, die ihre Unschuld verloren haben” angewiesen, der tut dies mit jedem Wort das er äußert und in jedem Kontext den er antrifft“. – Hmm, … was soll ich zu diesem Argument sagen. Am besten gar nichts. Das dürfte diese Substanz sein, deren „kommentieren sich nicht lohnen würde“.

    Grüße
    AA

  12. Taononymus sagt:

    Lieber AA,

    schön, dann hätten wir die Frage nach der Substanz ja geklärt und können auf dieser Basis dann wieder zurückkehren zu Deinem allerersten Absatz, mit dem Du Dich hier in diesem Blog-Thema positioniert hast, Zitat:

    „… Was hat es eigentlich mit der „Pseudowissenschaft“ auf sich. Ich frage mich – das mache ich am liebsten, damit ich auch die Antwort verstehen kann – ob es wirklich noch Menschen gibt, die auf solche, bis zur Unerträglichkeit strapazierten Tricks, reinfallen können. Damit ist hier die Stigmatisierung von Begriffen gemeint. Man nehme „Pseudo“, paart es mit „Wissenschaft“, und schon jeder weiß Bescheid: „Achtung nur Bauernweisheit, oder Firlefanz!“ Ja, es kann tatsächlich funktionieren. …“

    Substanz daraus: „Wer den Begriff Pseudowissenschaft benutzt, der ist entweder auf einen Trick hereingefallen oder trickst selber, ist entweder naiv oder manipulativ, entweder dumm oder böswillig, in jedem der beiden Fälle aber: STIGMATISIERT.

    Ich frage mich, ob es wirklich noch Menschen gibt, die auf solche Tricks reinfallen können? Damit ist hier die Stigmatisierung anderer SCHREIBER, nicht die Stigmatisierung bloßer Begriffe gemeint.
    Man rufe „Achtung Trick!“, paare dies mit zwei, drei Begriffen, die ein anderer Schreiber häufig benutzt, und schon „weiß jeder Bescheid“.

    Nur, wenn dann nicht auch jeder soviel fern geshen hat wie der Durchschnittsamerikaner aus jener Studie der Zeugen Jehovas, dann kann es schon mal passieren, daß es mit dem „richtigen“ Bescheidwissen nicht ganz klappt.

    Oder noch schlimmer, es kann sogar passieren, daß sich die Frage aufdrängt, ob die Substanz der Argumente zum eigentlichen Thema des Strangs wirklich so verzweifelt dürftig ist, daß man sich mit Stigmatisierungen anderer behelfen muß?

    Viele Grüße,
    Taononymus

  13. JE sagt:

    Liebe/r AA, lieber Taononymus;

    – die vielen ( auch interessanten) Worte zu Schrödingers Katze, bringen mich auf folgende Passage in Theo Fischers Text zurück:

    „…….Dieses Spiel lässt sich bei entsprechenden Hypothesen ins Unendliche fortsetzen. Lernen wir – Sie und ich – etwas daraus? Sagt uns die Wahrheit, die in den Dingen selbst liegt, etwas Entsprechendes?……“

    Ich liebe lebhafte Diskussionen und lese all die Beiträge mit sehr viel Interesse…. schwierig finde ich es nur, wenn hierbei der Eindruck entsteht, die eigene Meinung sei das „Non plus Ultra“ [einen weiterführenden Erklärungs-Link über Herkunft und Bedeutung dieses Ausdrucks in den „Wissens-Konserven im Netz“ erspare ich uns …. :-)].

    In diesem (so hoffe ich, nicht manipulativen) Sinne
    grüßt herzlichst
    JE

  14. AA sagt:

    Lieber Taononymus,

    ich würde vorschlagen diese Diskussion langsam ausklingen zu lassen. Nicht, weil das letzte Wort mir gehören sollte, sondern, weil Deine Frage „ob die Substanz der Argumente zum eigentlichen Thema des Strangs wirklich so verzweifelt dürftig ist?“ bereits zweifelsohne ihre Berechtigung erlangt hat. Um Frieden zu schließen – einigen wir uns: Pseudowissenschaft ist nichts anderes als Pseudowissenschaft: http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudowissenschaft 😀

    herzliche Grüße,
    AA

  15. Komme ich zu früh? Zu spät? Oder gerade recht? Dieser schriftliche Austausch hier hatte etwas. Ich habe ihn erst heute entdeckt, nachdem ich gestern Theo Fischers neues Heftchen „Tag und Tao“ las und dort den Hinweis auf die Katze entdeckte. Woher Sie so viel wissen und wie Sie das alle behalten. Enorm. Dies wunderbaren Zitate und Querverweise. Erst hat es mich gefesselt, dann beeindruckt und zum Ende hin las ich nur noch diagonal. Jetzt frage ich mich, was hier für mich katzenmäßig geschah. Nichts. Und das empfinde schon wieder als interessant. Und ich hatte Spaß beim lesen. Jetzt gehe ich mal eineinhalb Stunden durch den Wald. Was ja das Gleiche ist. Oder?

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